"Glaubt Israel denn, dass es mit modernsten Flugzeugen und Panzern den Libanon angreifen, Frauen und Kinder töten und Schulen und Krankenhäuser einfach zerstören kann und wir dabei stillschweigend zuschauen werden?" Das sagte Erdogan, der zu einem offiziellen Besuch im Libanon weilt, am Donnerstag auf einem Bankenforum in Beirut. "Glaubt Israel etwa, dass es die modernsten Waffen, mit Phosphor gespickte Geschosse und Kassettenbomben einsetzen kann, um Kinder im Gaza-Streifen zu töten, und wir dabei schweigen werden? Nein, wir werden nicht schweigen! Wir werden die Gerechtigkeit mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen", betonte der türkische Premier.
Die Beziehungen zwischen der Türkei und dem zionistischen Regime verschlechterten sich drastisch, nachdem das israelische Militär eine Schiffsflotte mit humanitären Hilfen für den Gaza-Streifen angegriffen hatte. Damals kamen neun Türken ums Leben. Erdogan warf Israel "Staatsterrorismus" vor und forderte eine offizielle Entschuldigung und Entschädigungen für die Familien der Toten.
Nach seinem Besuch in Beirut reiste Erdogan in den Süden des Landes, wo er sich mit türkischen Armeeangehörigen traf, die ihren Dienst in den provisorischen UN-Kräften im Libanon (UNIFIL) leisten. Zudem nahm der Regierungschef an der feierlichen Eröffnung eines mit türkischer Hilfe in Saida gebauten Krankenhauses teil.