13 Oktober 2010 - 20:30

- Pakistans früherer Militärmachthaber Pervez Musharraf gerät elf Jahre nach dem von ihm geführten Staatsstreich und zwei Jahre nach seinem Sturz zunehmend unter Druck.

Die Pakistan Muslim League (Nawaz), die stärkste Oppositionspartei des Landes, hat zum Wochenbeginn eine aus 17 Punkten bestehende Anklageschrift gegen den General veröffentlicht, der seit zwei Jahren im Exil in London lebt. Die PML(N) will damit Druck auf die Regierung in Islamabad ausüben, die Auslieferung des Exilanten zu erzwingen und ihn wegen Hochverrats in Pakistan vor Gericht zu stellen. Dem früheren selbsternannten Präsidenten werden eine Reihe von Verbrechen angelastet, darunter der Sturz des rechtmäßig gewählten Premiers Nawaz Sharif am 12. Oktober 1999, die Verhängung des Kriegsrechts sowie das »missglückte Kriegsabenteuer von Kargil«. Musharraf als Armeechef habe in diesem dritten Kaschmirkrieg gegen Indien 1998 rund 800 pakistanische Soldaten geopfert, der »Sache Kaschmirs irreparablen Schaden zugefügt«. Er sei außerdem für das »Verschwinden« zahlreicher pakistanischer Bürger verantwortlich, von denen etliche als Terrorverdächtige in die USA verschleppt worden sein sollen.