17 September 2010 - 19:30

Vier Jahre nach dem Beginn des Libanon-Krieges 2006 ist das Klima zwischen der UN-Schutztruppe für den Libanon (UNIFIL) und der Bevölkerung im Südlibanon von Spannungen gezeichnet.

  Als die UNIFIL-Truppen kürzlich mit voller Stärke und Ausrüstung ein Manöver in ihrem Operationsgebiet südlich des Litani-Flusses durchführten, war es zu Steinwürfen und Handgreiflichkeiten gegen die Soldaten gekommen. Ähnliche Szenen wiederholten sich am vergangenen Wochenende, als Dorfbewohner einen UNIFIL-Soldaten entwaffneten. Der israelische Armeechef Gabi Ashkenazi nahm die Spannungen im Nachbarland zum Anlass, eine Eskalation des Konflikts zwischen Hisbollah und UNIFIL für September vorauszusagen. Um die Aufrüstung von Hisbollah zu beweisen und damit den Bruch der UN-Resolution 1701, legte die Armee zudem am Mittwoch neues Geheimdienstmaterial vor, dass angebliche Waffenlager der Hisbollah in mehr als 100 Dörfern im Südlibanon zeigen soll. Israel, das die UN-Resolution 1701 täglich durch illegale Überflüge des Libanon missachtet, will damit die Uneffektivität der bisherigen UNIFIL-Mission nachweisen. Im Libanon rechnet man jederzeit mit der Möglichkeit eines neuen Krieges. Ashkenazi drohte zudem offen damit, libanesische Hilfsschiffe für den Gazastreifen anzugreifen und sagte, die Armee werde »offen oder verdeckt« verhindern, dass die Schiffe auslaufen könnten.