17 August 2010 - 19:30

Vor über 7 Jahren griffen die USA und ihre Verbündeten den Irak an. Sie stürzten Saddam und begannen ihre Besatzung.

 Die westlichen Medien suchten zu Beginn den Militärangriff zu rechtfertigen und ihm menschenfreundliche Aspekte beizumischen. Aber die Realitäten machten die Motive für den Angriff zweifelhaft und das inhumane Vorgehen der  fremden Truppen im Irak offensichtlich.

Die US-Regierung kommt heute mit der Verschönerung ihrer Militärpräsenz in Irak bei der Weltöffentlichkeit  nicht weiter.  Auch ihren Medien gelingt dies nicht.
Viele Analytiker sind der Meinung,  dass der Irak-Krieg unerwartet schnell  zu einem Gegenstand für das Hollywoodkino wurde, und diese Entwicklung ebenfalls in eine Richtung zu verlaufen begann, die  man nicht erwartet hatte.   Dass Hollywood übermäßig viele Filme zur Verurteilung des Irak-Krieges gedreht hat, verwundert und man fragt sich, ob  man in Hollywood tatsächlich gegen Kriege  protestieren will oder ob sich die US-Politik geändert hat? Die Aufmerksamkeit Hollywoods für den Irak-Krieg könnte natürlich auch ein Szenario sein. Dafür spricht die Oscar-Verleihung  an Kathryn Bigelow  für ihren Film „The Hurt  Locker“ oder „Tödliches Kommando“. Dieser Film verurteilt scheinbar den Krieg und  gehört  zu den Versuchen,  das lädierte Image der USA wieder zurechtzurücken. Welches Ziel verfolgen Filme wie „The Hurt Locker“ eigentlich?

Bei näherer Betrachtung von Filmen wie dem von Kathryn Bigelow  stellen wir fest, dass hier die  Politik der US-Regierung verfolgt wird. Zum Beispiel spiegelt sich  in „The Hurt Locker“ in seinen  Charakteren,  Dialogen und Todesszenen vollständig die Meinung der Regierung bezüglich des Krieges wieder. Der Film versucht die Dinge so darzustellen als ob die USA die irakische Bevölkerung gerettet hätten. Dabei werden die Iraker aber als  erbarmungslose Terroristen hingestellt. In diesem Film ist wieder mal die US-Armee ständiger Sieger und der große Retter. US-Soldaten setzen ihr Leben ein, sie trennen sich von ihrem warmen Zuhause und ziehen in ein fernes Land um andere Menschen zu retten. Überall im Film wird publik gemacht, wie freundlich die Soldaten mit der Bevölkerung insbesondere mit den irakischen Kindern umgehen.

Andererseits schneidet die  irakische Bevölkerung bei der Regisseurin Bigelow schlecht ab: Sie besteht aus  Männern, die schweigend dem Tod von US-Soldaten zusehen und  wütenden Frauen und Kinder, welche diese  Soldaten mit Steinen bewerfen.

Hauptfigur des Filmes ist William James. Er ist wie Rambo und Arnold muskulös und soll überall auf der Welt Gefahren abwehren.  Dieser Film über den Irak-Krieg beinhaltet keine Spur von dem Mut zur Kritik wie er  in den 70iger Jahren in den USA auftauchte. Er  übt im Vergleich zu dem aktuellen  Protest der US-Bevölkerung am Krieg, kaum Kritik. Vielleicht ist das der Grund, weshalb das Kinopublikum kein sonderliches Interesse an diesem Film zeigt, wie sich an den Einnahmen an den Kinokassen ablesen lässt.

Ein anderer Film über den Irakkrieg ist der Film Messenger (Bote) (auch: Die letzte Nachricht) des israelstämmigen  Oren Moverman .Dieser Film spielt auf  ein wichtiges Problem in der heutigen US-Gesellschaft an, nämlich die Wirkung des Krieges auf die Familien. Leutnant Will Montgomary, ist frisch aus dem Krieg zurückgekehrt. Wegen seiner Verletzungen kann er nicht wieder nach Irak  geschickt werden. Er übernimmt eine schwierige Aufgabe, denn er wird zum Todesboten. Das heißt : er  soll die Familien, deren Tochter oder Sohn  im Irakkrieg fielen benachrichtigen.  Es geht also in diesem Film hauptsächlich um  die erschütternden Begegnungen dieses Soldaten mit den Hinterbliebenen . 

Der Film Messenger  macht deutlich, welche Folgen der Krieg für die Soldatenfamilien hat. Aber er  hält sich von den eigentlichen Kriegsgeschehen fern. Der Film konzentriert sich auf die innere Zerstörung der Angehörigen von gefallenen Militärkräften. Diese waren selber  nicht im Krieg aber die Granatsplitter der Kriegsfolgen haben ihre Seele getroffen.

Auch der Film „Messenger“ oder „die letzte Nachricht“  folgt den üblichen Klischees des amerikanischen Kriegskinos.  In dieser Art von Kino gibt es zwei Sorten von Soldaten, die einen sind Nationalhelden, die anderen kampfunfähig und psychisch oder psychopathisch belastet.

In einigen Filmen geht es nur darum den Patriotismus zu stärken. In anderen Filmen, die vor allem  mit dem Ziel der Kritik nach dem Vietnamkrieg produziert wurden, treten Soldaten als Psychopathen  auf, die mit einer Waffe wie mit einem Spielzeug umgehen. In diesen Filmen wird der Krieg negativ gesehen und sie werden  produziert, um die Bevölkerung über die schmerzlichen Folgen des Krieges hinweg zu trösten.  Aber in keinem  Film wird der US-Militarismus  verurteilt. Vielmehr steht der  Grund weshalb die US-Soldaten und Familien  so viel Leid erfahren mussten, im Mittelpunkt. Es entsteht ganz der Eindruck, dass die Menschenrechte nur für Amerika gelten und nur sie würdig sind, bemitleidet zu werden.

Der Film  „Messenger“ ist wie ein Dokumentarfilm und stellt das Leid einer Gruppe von Menschen in den Vordergrund.  Er erzählt über das Schicksal der US-Soldaten und erweckt Mitgefühl mit ihnen. Die US-Soldaten werden hier als Opfer des Krieges darstellt. Aber die eigentlichen Opfer dieses Krieges  sind bekanntlich die Menschen im Irak.

In den letzten Jahren wurden circa 30 Filme über die Besatzung Iraks durch die USA gedreht. Unter ihnen auch der Film Green Zone (Grüne Zone)“ von Paul Greengrass . Er ist etwas verschieden von den anderen Filmen und behandelt ein Thema, über das viele auf der Welt rätseln nämlich die Frage: Hat es im Irak  Massenvernichtungswaffen gegeben?

Der Film handelt von einem US-Offizier, der 2003 in Bagdad an Informationen gelangt, die zeigen, dass alle Behauptungen der US-Regierung, dass es Massenvernichtungswaffen im Irak gibt, reine Lüge sind. Der Offizier  verfolgt die Geschehnisse zurück und begegnet dabei einem hochrangigen irakischen General. Dieser erklärt ihm dass die irakischen Rüstungspläne 1991 eingestellt wurden und die USA davon wussten. Der US-Offizier Miller  beschwert sich bei höheren Positionsträgern darüber, dass  die Informationsdienste falsche Angaben gemacht haben. Dadurch bekommt er Ärger mit seinen Mitarbeitern.  Miller hat erkannt, dass die  Positionsträger der US-Regierung gelogen haben, aber er kann selber nichts machen.  

Der Film „Green Zone“  baut auf einer historischen Tatsache auf. Die Filmgeschichte wurde aufgrund der Erinnerungen  reeller Personen rekonstruiert, was sie spannender macht.  Dreh- und Angelpunkt ist die List, die die Bush-Regierung einsetzt, um militärisch im Irak zu intervenieren. Die Helden dieses Filmes sind eine Handvoll von geprellten Leuten. Die  Hauptfigur Miller muss die Gesetze der Armee umgehen, um  die Wahrheit in Erfahrung zu bringen. Miller will die Wahrheit aufdecken aber er bekommt zu hören: Du bist niemand, der in Sachen Irak Entschlüsse fassen könnte. 

Der Held des Filmes ist auf der Suche nach der Wahrheit und  gleichzeitig  über den Gesichtsverlust seines Landes auf der Welt besorgt. An einer Stelle lässt ihn der Regisseur sagen: „Wichtig ist die Begründung eines Krieges. Wenn wir beim nächsten Mal das Vertrauen der Bevölkerung brauchen, was wird dann passieren?“  Er und andere die so ähnlich denken wollen also das allgemeine Vertrauen in die US-Regierung wieder beleben. Denn wegen der Lügen der US-Regierung ging das Vertrauen verloren. In Wahrheit wollen sie also nicht  den eigentlichen Grund für den Krieg hinterfragen oder die Rechte der vom Krieg Betroffenen verteidigen.