5 Juni 2026 - 13:13
Source: ABNA
Waffenruhe oder Kapitulation? Warum die Hisbollah gegen eine Einigung mit Washington ist

Die Hisbollah hat klar erklärt, dass sie keinen Zusammenhang zwischen der Beendigung der israelischen Aggression und der Zukunft der Widerstandswaffen akzeptiert und dass der Widerstand so lange weitergeht, wie die israelische Besatzung und die Angriffe andauern.

Während Washington berichtet, dass der Libanon und das zionistische Regime eine Rahmenvereinbarung zur Herbeiführung einer Waffenruhe erzielt haben, zeigen die veröffentlichten Bestimmungen dieser Vereinbarung, dass das, was Amerika ein „Sicherheitsabkommen“ nennt, eher ein Versuch ist, das Kräftegleichgewicht im Libanon zu verändern und Ziele zu erreichen, die Tel Aviv auf dem Schlachtfeld nicht erreichen konnte.
Die vierte Verhandlungsrunde zwischen dem Libanon und dem zionistischen Regime in Washington unter Vermittlung Amerikas ist abgeschlossen, und laut Berichten haben die Parteien eine Verständigung über einen Plan für eine umfassende Waffenruhe erzielt. In diesem Rahmen werden die Einstellung der Widerstandsoperationen, der Abzug der Hisbollah-Kräfte aus dem Gebiet südlich des Litani-Flusses, die Ausweitung der Dislozierung der libanesischen Armee und die Verhinderung der Präsenz bewaffneter Kräfte außerhalb der staatlichen Struktur als wichtigste Punkte genannt.
Die scharfe Reaktion der Hisbollah auf dieses Abkommen zeigt jedoch, dass der libanesische Widerstand darin nicht eine Vereinbarung zur Beendigung des Krieges sieht, sondern ein politisches Projekt zur Entwaffnung des Widerstands und zur Schaffung von Voraussetzungen für weiteren israelischen Einfluss im Libanon.
Ein Abkommen, bei dem nur eine Seite Zugeständnisse machen muss
Die wichtigste Kritik am Washingtoner Abkommen ist, dass fast alle Verpflichtungen dem Libanon und insbesondere der Hisbollah auferlegt werden, während kein klarer und verbindlicher Mechanismus zur Beendigung der israelischen Aggression vorgesehen ist.
Das zionistische Regime hat in den vergangenen Monaten mehrfach frühere Waffenruhen gebrochen, verschiedene Regionen des Libanon angegriffen und seine gezielten Tötungen und Luftangriffe fortgesetzt. Dennoch liegt der Schwerpunkt im veröffentlichten Text des neuen Abkommens auf der Einstellung der Widerstandsaktivitäten und dem Rückzug seiner Kräfte aus dem Südlibanon.
Aus Sicht der Kritiker sendet dieses Abkommen faktisch die Botschaft, dass der Libanon zuerst seine Abschreckungsmittel aufgeben muss, um dann zu hoffen, dass Israel seinen Verpflichtungen nachkommt – ein Ansatz, der nicht mit den historischen Erfahrungen des Libanon im Umgang mit dem zionistischen Regime vereinbar ist.

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