17 Mai 2010 - 19:30

Im Irak zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Parteien Nuri al Malikis und Ijad Allawis ab.

Nach Auszählung von 80 Prozent der Stimmen der irakischen Parlamentswahl vom 7. März lag die Liste „Iraqiya“ des säkularen Politikers Allawi erstmals knapp vor der Rechtsstaatlichkeitsallianz“ des amtierenden Ministerpräsidenten, Maliki. Allawis Vorsprung vor Maliki beträgt indessen lediglich 9000 Stimmen.
Die Liste mit den meisten Stimmen gewinnt nicht automatisch die meisten Mandate. Für Maliki spricht, dass er in der Provinz Bagdad vorne liegt, die 70 der 325 Abgeordneten in das Parlament entsendet. Damit könnte Maliki sieben der 18 Provinzen des Irak für sich entscheiden, Allawi nur fünf. Maliki führt in den großen Provinzen Basra und Kerbala, ferner in Babil, Nadschaf, Wasit und Muthanna.
Die Stimmenauszählung wird jedoch von Vorwürfen über Wahlbetrug und dem Ausschluss von Kandidaten überschattet.
"Adnan el Seradsch", ein Kandidat der Rechtsstaatlichkeitsallianz, sagte zum TV-Sender Al Alam, die Allianz wird die ersten Wahlergebnisse mit den aktuellen vergleichen und die Wahlkommission habe versprochen, diese Ergebnisse zur Verfügung zu stellen.
"Moin al Kazemi, ein Kandidat der Nationalen Allianz, sagte gegenüber Al Alam: Es gibt Informationen darüber, dass es in Gebieten, in denen terroristische Gruppen aktiv sind, massive Wahlmanipulationen gegeben hat.