Arabsat gehört der saudischen Regierung und Nilesat wird unter Aufsicht der ägyptischen Regierung betrieben. Diese arabischen Satelliten stellten vor etwa zwei Wochen koordiniert und ohne vorherige mündliche oder schriftliche Mahnung die Ausstrahlung der Programme des iranischen Fernsehsenders Al Alam ein. Zu bemerken ist, dass die Ausstrahlung der Programme des Fernsehsenders Al Alam durch diesen Satelliten aufgrund des Abkommens vom 31. Januar 2002, das zwischen der Rundfunk- und Fernsehanstalt der IRI und dem arabischen Satelliten Arabsat geschlossen wurde, begann. In diesem Abkommen und seinen Zusätzen wurde den Betreibern von Arabsat kein Recht auf eine einseitige Annullierung der Übereinkunft eingeräumt. Die Verantwortlichen von Arabsat und Nilesat haben jedoch unter dem Einfluss der saudischen und ägyptischen Politik und ausgehend von politischen Motivationen die Ausstrahlung beendet. Ein Verantwortlicher von Arabsat, Babil al Schariti behauptete in einem Schreiben an die Rundfunk- und Fernsehanstalt der IRI, dass das Senden von Gesprächen mit Opponenten der arabischen Regierungen durch Al Alam Ursache für diesen Schritt sei. Bevor wir uns nun damit befassen, dass die Behauptungen Schariatis nicht der Wahrheit entsprechen, halten wir es für angebracht, auch auf die Äußerungen des Vorsitzenden des Exekutivrates von Nilesat hinzuweisen. Ahmad Anis hat im Interview mit der Zeitung "Al-Shargh Al-Awsat" erklärt, dass marginale Probleme Ursache für die Nichtausstrahlung der Al Alam-Programme seien und dieser Schritt auf das Abkommen von beiden Seiten zurückgehe. Diese Behauptung ist aber unwahr und Ahmad Anil ist in Wahrheit bestrebt, die politischen Ursachen und Motivationen hinter dem Vorhang "marginaler Probleme" zu verheimlichen. In diesem Zusammenhang muss auf einige Punkte hingewiesen werden. Der im Exil lebende saudische Oppositionspolitiker, Al Masaari, nimmt normalerweise als Experte bei diversen Programmen teil und die Fernsehsender Al Dschazeera, BBC Arabisch und BBC Englisch haben bislang diverse Gespräche mit ihm geführt. Dabei hat aber Arabsat die Ausstrahlung dieser Fernsehsender keineswegs eingestellt. Im Gegensatz zu den Behauptungen der Betreiber von Arabsat und Nilesat war der Fernsehsender Al Alam stets bestrebt, Sendungen zu bringen, die verschiedene Ansichten umfassen. Der Grundsatz der Unparteilichkeit wurde als Priorität eines unabhängigen Mediums stets in den Programmen Al Alams eingehalten. Will man diesen Grundsatz auch in der Praxis einhalten so müssen zu verschiedenen Themen auch Pro- und Kontra-Ansichten gebracht werden. In diesem Zusammenhang ist auch Dr. Al Masaari in einer solchen Sendung des iranischen Al Alam-Senders erschienen und hat seine Ansichten zum Ausdruck gebracht. Übrigens stimmt die Behauptung der Verantwortlichen von Arabsat, sie hätten niemals irgendeiner Person oder Oppositionsgruppe erlaubt, eine Sendung gegen die IRI durch diesen Satelliten auszustrahlen, mit der Wahrheit nicht überein. Beispielsweise hat der Fernsehsender Al Arabiya, der der saudischen Regierung gehört und auch durch Arabsat ausgestrahlt wird, das einstündige Interview mit Abdulmalik Rigi, dem Anführer einer Terrorgruppe mit dem Namen Dschondollah, ausgestrahlt. Der Fernsehsender Al Arabiya hat ferner einer Anzahl Mitgliedern der Terrorgruppe Monafeghin (Volksmudschahedin) ein Studio zur Verfügung gestellt, das zum Sprachrohr für ihre böswilligen und iranfeindlichen Agitationen geworden ist. Diese unbestreitbaren Anhaltpunkte zeigen, dass die Behauptung der Betreiber von Arabsat, unparteiisch zu sein, nicht stimmt und politische Motivationen sowie die Abhängigkeit der beiden Satelliten von Saudi-Arabien und Ägypten als Hauptgrund für die Einstellung der Ausstrahlung von Al Alam-Programmen durch diese Satelliten gilt. Nachdem nun Al Alam seine Sendungen nicht mehr auf Nilesat und Arabsat ausstrahlen kann, hat dieser Fernsehsender seine Programme auf die Satelliten Hotbird 8, Asiasat 5, Galaxisat 19 und Telestar 12 übertragen. Er verlor also sein Publikum nicht, was hierbei verloren ging, ist das relative Ansehen dieser beiden arabischen Satelliten. Der Fernsehsender Al Dschazeera Englisch brachte letzte Woche eine Sendung über die Medien der Region. In dieser Sendung wurde ausdrücklich erklärt, dass manche arabische Länder wegen der Beliebtheit von Al Alam Bedenken haben, dieser arabischsprachige Fernsehsender der IRI könne zur Verstärkung der Stellung Irans in der Nahostregion beitragen. Die libanesische Hisbollah verurteilte ebenfalls in einer Erklärung die Einstellung der Al-Alam-Programme durch Arabsat und Nilesat. In dieser Erklärung heißt es unter anderem: "Das Vorgehen dieser Satelliten das sich auf politische Absichten stützt, ist eine offene Verletzung der Meinungsfreiheit." Der Leiter des Politbüros der ägyptischen Muslimbruderschaft, Essam al-Urian und der Dozent für Politwissenschaften an der Universität Kairo, Mohammad Maher Ghabil sind der Auffassung, dass der Nachrichtensender Al Alam eine bedeutende und aufklärende Rolle bei der Unterstützung des Islamischen Widerstands in Palästina und im Libanon spielt und die Einstellung der Programme dieses Fernsehsenders im Gegensatz zur Meinungsfreiheit und im Einklang mit der Politik der USA und des zionistischen Regimes in der Region steht. Mustafa Bakri, ägyptischer Parlamentsabgeordneter und Chefredakteur des ägyptischen Wochenblatts al Asbu ist der Auffassung, das Hauptziel der Intendanten von Arabsat und Nilesat besteht darin, die Übertragung der Stimme der Islamischen Republik Iran und den Transfer von Tatsachen über die Entwicklungen in der Region für die Weltöffentlichkeit zu unterbinden. Der Vorsitzende der ägyptischen Menschenrechtsorganisation sagt ebenfalls: "Die Einstellung der Al Alam-Programme ist nicht zu rechtfertigen und stellt eine Verletzung der Meinung- und Redefreiheit dar. Tatsächlich war die unparteiische Informationsübertragung und Einhaltung des Rechtes und der Gerechtigkeit in den Programmen der Hauptgrund für diese Maßnahme. Al Alam war der erste Fernsehsender der Region des Nahen Ostens und Persischen Golfes, der die Rolle mancher arabischer Länder bei der Unterstützung der USA während des Angriffs auf den Irak aufzeigte. Auch bei der 33-tägigen Offensive Israels gegen den Südlibanon im Jahr 2006 strahlte Al Alam die Bilder der zionistischen Verbrechen und des heldenhaften Widerstandes der libanesischen Hisbollah weltweit aus. Abgesehen davon enthülle der Sender die offene und heimliche Zusammenarbeit einiger arabischer Länder der Region mit den USA und dem zionistischen Regime. Beim 22-Tage-Krieg der israelischen Armee gegen den Gazastreifen war es Al Alam, das die Kooperationen der ägyptischen Regierung mit dem bestialischen Aggressor Israels gegen den Gazastreifen ans Tageslicht brachte. Al Alam kann wegen der Enthüllung der Rolle der saudischen Regierung und manch anderen arabischen Ländern bei den Unruhen im Irak sowie Aufzeigung der Zusammenarbeit Husni Mubaraks mit dem zionistischen Regime bei der bestialischen Gaza-Offensive natürlich kein wünschenswertes Medium für Riad und Kairo sein. So bleibt Arabsat und Nilesat wegen deren Abhängigkeit von den Regierungen Saudi-Arabiens und Ägyptens nichts anderes übrig, als die politischen Wünsche von Riad und Kairo zu erfüllen. Dabei sind die muslimischen Völker der Region und die unabhängigen Medien die eigentlichen Schiedsrichter. Sie wissen nun Bescheid, dass die eigentliche "Straftat" von Al Alam darin besteht, Recht und Gerechtigkeit einzuhalten und den Islamischen Widerstand in der Region zu unterstützen.
15 Juni 2009 - 19:30
News ID: 172835
Zwei Wochen nachdem die Ausstrahlung der Programme des Nachrichtensenders Al Alam durch Arabsat und Nilesat unerwartet eingestellt wurde, dauern die Proteste von Organisationen und unabhängigen Medienkreisen der Region gegen dieses Vorgehen weiterhin an.