Gegen halb sechs am frühen Freitagabend passierte das Unglück: Mit einem lauten Krachen fiel einer der roten Baukräne an der Pilgerstätte von Mekka um und durchschlug das Dach der Großen Moschee. Mindestens 107 Menschen wurden getötet, weitere 238 wurden verletzt. Panik brach aus. Als die Menschen in Angst aus dem Gebäude rannten, wurden weitere verletzt.
Eine Brücke in dem Gebäudekomplex habe den Aufprall des Krans noch abgemildert, berichtete Abdel Asis Nakur, der in der Moschee arbeitete und den Sturz beobachtete. Sonst wären noch mehr Menschen gestorben.
Der Gouverneur der Region Mekka, Prinz Khalid al-Faisal reiste in die Stadt und ordnete umgehend eine Untersuchung des Unglücks an. Immer wieder wurden in der Vergangenheit Zweifel an der Sicherheit von Baustellen in dem Land geäußert. In wenigen Tagen beginnt der Hadsch, die weltweit größte muslimische Pilgerfahrt.
Ein Sprecher der beiden heiligen Moscheen in Mekka und Medina sagte der amtlichen Nachrichtenagentur SPA zufolge, der Kran sei bei heftigem Wind und starken Regenfällen umgekippt. Um die Große Moschee herum stehen derzeit mehrere Baukräne. Sie sind Teil eines riesigen Bauprojekts zur Erweiterung des Moscheebereichs um 400.000 Quadratmeter. Dann sollen dort gleichzeitig bis zu 2,2 Millionen Menschen Platz finden.
Die Kaaba, ein würfelartiges Gebäude mit einem schwarzen Stein im Innenhof der Großen Moschee in Mekka, ist das wichtigste Heiligtum im Islam und das Ziel von Millionen Pilgern während ihrer rituellen Reise, dem Hadsch, auf den Spuren des Propheten Mohammed. Die diesjährigen mehrtägigen Zeremonien sollen am 21. oder 22. September beginnen. Der Hadsch gehört zu den fünf Säulen des Islam. Jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, ist angehalten, mindestens einmal im Leben an der Pilgerfahrt teilnehmen.
Wie die Nachrichtenagentur SPA meldete, halten sich bereits um die 800.000 Pilger in Saudi-Arabien auf. Im vergangenen Jahr waren mehr als 70.000 Sicherheitskräfte des Königreichs im Einsatz, um einen möglichst reibungslosen Ablauf des Großereignisses zu gewährleisten.
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