1 Juli 2015 - 18:30
Optimismus bei der entscheidenden Atomrunde in Wien

Im Atomstreit mit dem Iran hat gestern in Wien voraussichtlich die letzte Verhandlungsrunde begonnen.

„Wir sind voller Hoffnung“, sagte US-Außenminister John Kerry vor den Gesprächen mit seinem iranischen Amtskollegen Mohammed Dschawad Zarif im Palais Coburg. Dabei herrschte aber auch Einigkeit darüber, dass es noch schwierige Fragen zu lösen gilt. Der deutsche Bundesaußenminister, Frank-Walter Steinmeier, erklärte am Sonntag, jetzt bestehe die Chance, diesen seit über zehn Jahren andauernden Konflikt endlich zu lösen. Sollte dies nicht gelingen, würden alle Seiten verlieren. Der deutsche Außenminister trifft heute auf Irans Außenminister Zarif. Insgesamt mehr als 250 Diplomaten aus sieben Ländern ringen derzeit um einen Konsens im Atomkonflikt. Koordiniert und geleitet werden die technischen Gespräche vom iranischen Vize-Außenminister Abbas Araqchi und der politischen Direktorin der EU, Helga Schmid. Die amerikanische Expertenkommission wird von der scheidenden US-Staatssekretärin Wendy Sherman angeführt, die russische Delegation von Vize-Außenminister Sergej Rjabkow. Die 5+1-Gruppe (USA, China, Russland, England und Frankreich plus Deutschland) und der Iran versuchen im 13 Jahre andauernden Konflikt rund um die umstrittene iranische Urananreicherung einen endgültigen Vertrag bis zur Deadline am 30. Juni zu formulieren. „Ein gutes Abkommen ist wichtiger, als die Frist einzuhalten“, sagte Zarif und bestätigte damit Vermutungen, die Verhandlungen könnten um einige Tage verlängert werden.