Es vergeht so gut wie kein Tag, an dem nicht ein Mitglied der
israelischen Regierung einen Krieg gegen Iran propagiert. Zugleich hat
Israel seine Helfer in den USA und in der Europäischen Union für die
Kriegspropaganda mobilisiert. Insbesondere in den Vereinigten Staaten
ist der politische Druck für einen Angriff gegen Teheran bereits sehr
stark. Allerdings kommt der nicht von einem breiten Spektrum der
amerikanischen Eliten, sondern fast ausschließlich von der kleinen,
aber mächtigen zionistischen Lobby. Zu den einflussreichsten Gruppen
gehört das "American Israel Public Affairs Committee"
(Amerikanisch-israelischer Ausschuss für öffentliche Angelegenheiten -
AIPAC). Hinzu kommen die so genannten Neokonservativen, die mit einer
strikt zionistischen Agenda nicht nur in der Administration von
Präsident George W. Bush Schlüsselpositionen besetzen. Im US-Kongress
ist die pro-israelische Lobby auch bei den Demokraten stark vertreten.
Zugleich wird die Iran-Kriegspropaganda vom Gros der US-Medien
unterstützt.
Im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Auffassung ist
es nicht die US-Ölindustrie, die einen Krieg gegen Iran will. Dafür
gibt es keinerlei Hinweise, im Gegenteil: Die großen Konzerne sind
vorrangig am kontinuierlichen Zugang zum Öl und somit an Stabilität in
der Golfregion interessiert und nicht am Chaos. Auch gibt es keinerlei
Hinweise, dass die US-Industrie darauf drängt, mit militärischer Gewalt
den iranischen Markt zu erobern. Und schon gar nicht ist das US-Militär
nach dem Desaster im Irak an einem weiteren, nur ungleich größeren
Fehlschlag in Iran interessiert. Entsprechende Stellungnahmen der
Generalstabschef der US-Armee, der Kriegsmarine und der
Marineinfanterie sind eindeutig. Jüngste Äußerungen von
US-Verteidigungsminister Robert Gates und vom Vorsitzenden der
Vereinigten Stabschefs, General Michael Mullen, bezüglich Iran grenzen
an offene Rebellion gegen das Weiße Haus, wo Präsident George W. Bush
und sein Vize Dick Cheney noch vor ihrem Amtsende das "Iran-Problem zum
Ende bringen" wollen. Unterstützt wird das Duo nur von der
zionistischen Lobby, die Israels Dominanz im Nahen Osten mit allen
Mitteln bewahren will, egal wie hoch die politischen und ökonomischen
Kosten für die USA dabei ausfallen.
Im Gegensatz zu dem wiederholt
von Bush und Cheney öffentlich bekundeten "Verständnis" für einen
israelischen Angriff gegen Iran, in den anschließend unausweichlich die
USA verwickelt würden, haben sich Gates und Mullen scharf gegen
entsprechende Vorhaben ausgesprochen. Bei seinem Besuch in Tel Aviv im
Juni hatte Mullen die israelischen Militärs zwar gewarnt, sie hätten
"kein grünes Licht" für einen Angriff. Dennoch geht das mediale
Trommelfeuer für einen Angriff weiter, mit dem die angebliche Bedrohung
durch iranische Nuklearwaffen gestoppt werden soll. Tatsächlich
bereiten die USA einen neuen Krieg massiv vor. Im Magazin The New
Yorker hat der international bekannte Enthüllungsjournalist Seymour
Hersh in der vergangenen Woche berichtet, dass die Führer beider
Parteien im US-Kongress bereits voriges Jahr Präsident Bush 400
Millionen Dollar gewährt haben, um einen Feldzug gegen Iran mit
verdeckten Operationen und Terroranschlägen im ganzen Land zu
forcieren. Zudem hat auf AIPAC-Drängen das Unterhaus des Kongresses
eine Resolution vorgelegt, die eine militärische Blockade der
iranischen Häfen fordert, was im Fall einer Umsetzung einer
Kriegserklärung gleichkäme.
Auch in der EU wirbt die zionistische
Lobby aggressiv für einen Krieg gegen Iran. Der Europäische Jüdische
Kongress (EJC), ein Zusammenschluss zionistischer Organisationen aus 38
Ländern, traf Ende Juni in Brüssel mit hohen Funktionären der EU
zusammen. Laut der Agentur European Jewish Press hat EJC-Präsident,
Moshe Kantor, dabei die Gelegenheit genutzt, gegen Teheran zu hetzen
und für einen Krieg zu werben. "Wenn Iran, der heute das Zentrum des
weltweiten Terrorismus darstellt, Atommacht wird, wird die Gefahr von
Terrorangriffen ein friedliches Leben in Europa undenkbar machen." Eine
Atommacht Iran werde den nuklearen Wettlauf seiner Nachbarn anheizen
und den Weltfrieden gefährden, behauptete Kantor. Zugleich forderte der
EJC-Chef schärfere Strafen gegen Antisemitismus, wozu er auch
Antizionismus zählt. Damit aber würde Kritik an zionistischer
Kriegstreiberei in der EU sanktioniert werden.
15 Juni 2009 - 19:30
News ID: 113979
Im Gegensatz zu führenden US-Militärs und der Ölindustrie drängen zionistische Gruppen in Washington und Brüssel auf einen Krieg gegen Iran.