Nicht nur die muslimische Community sei nicht erst seit heute besorgt, auch der Zentralrat der Juden in Deutschland habe sich in der Vergangenheit entsprechend geäußert. Es gebe Probleme, die hausgemacht seien."Wir Muslime sind stark verunsichert", sagte Mazyek. "Es gibt nicht wenige, die Angst haben vor den Entwicklungen." Damit meine er etwa Übergriffe auf Muslime, aber auch eine niedriger gewordene Hemmschwelle für Äußerungen, die gegen Muslime oder Minderheiten gerichtet seien. Früher habe man sich geschämt, gegen Minderheiten zu "hetzen" - das sei mittlerweile nicht unbedingt mehr so.
Mazyek sagte, er vermisse eine gesellschaftliche Ächtung solcher Äußerungen. "Die AfD setzt die Axt an unsere freiheitliche Demokratie an."Es gelte nun, sich mit dem Menschenbild der AfD auseinanderzusetzen: eine Verachtung von Minderheiten, mangelnde Solidarität und eine Spaltung der Gesellschaft, sagte Mazyek.
Zudem müsse deutlich gemacht werden, dass man Ängste der Bevölkerung nicht ignoriere. Politiker anderer Parteien dürften zudem nicht "AfD-Rhetorik nachplappern", sondern sollten zusammenstehen.
In einem Gastkommentar im Tagesspiegel sagte der ZMD Vorstandsvorsitzende Mazyek: "Es gab immer Rassisten in Deutschland (so wie leider in jedem Land). Früher haben diese und ihre Mitläufer sich geschämt offen gegen Minderheiten zu hetzten, heute nicht, im Gegenteil sie haben jetzt eine parteiliche Heimat.
Die gesellschaftliche Ächtung bröckelt, wer sich antisemitisch oder islamfeindlich äußert hat heute kaum noch was zu befürchten, Geschichtsklitterung inbegriffen.