20 August 2014 - 06:18
Israel: Heftige Proteste gegen muslimisch-jüdische Hochzeit

Das Hochzeitsfest der Jüdin Maral Malka und des Muslims Mahmoud Mansour sorgte in Israel für reichlich Aufsehen. Es kam zu Protesten und Verhaftungen. Rechte Demonstranten bezeichneten die Braut als "Verräterin des jüdischen Staates".

Mehr als 200 rechtsextreme israelische Demonstranten versammelten sich vor dem Hochzeitssaal in Rischon Lezion nahe Tel Aviv. Die Hochzeitsgäste mussten sich ihren Weg durch Polizei-Absperrungen bahnen, während die Demonstraten „Tod den Arabern“ skandierten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Der Bräutigam sagte dem israelischen Fernsehsender "Kanal 2 TV", dass die Proteste ihre Freude nicht trüben wird. Auch die Mutter des Bräutigams, Fadwa Mansur, sagte dem israelischen Fernsehen, sie habe nichts gegen die Eheschließung. Der Vater der Braut, Yoram Malka, nannte die Hochzeit seiner Tochter im israelischen Fernsehen, "ein sehr trauriges Ereignis.“ Über seinen Schwiegersohn sagte er: "Mein Problem mit ihm ist, dass er ein Araber ist."

Doch es hatten sich auch einige Dutzend linke Gegendemonstranten eingefunden, die den Spruch "Liebe besiegt alles" hochhielten. Zudem befand sich unter den Gästen auch Israels Gesundheitsministerin Yael German. Sie sagte bei ihrer Ankunft, die Demonstration sei "ein Ausdruck von Demokratie". Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin hatte die Proteste gegen die interreligiöse Eheschließung als «empörend und beunruhigend» verurteilt. «Hetze, Gewalt und Rassismus haben in der israelischen Gesellschaft keinen Platz», schrieb er auf seiner Facebook-Seite.

Vier Demonstranten wurden festgenommen, als sie versuchten, gewaltsam die Polizeikette zu durchdringen. Ungefähr 20 Prozent der israelischen Bevölkerung ist arabischstämmig.