6 Mai 2014 - 09:51
US-Delegation besucht Israel vor weiteren G5+1-Verhandlungen mit dem Iran

Susan Rice, die nationale Sicherheitsberaterin von Präsident Obama, wird diese Woche nach Israel reisen, um dort mit den politisch Verantwortlichen über die Fortsetzung der Atomverhandlungen mit dem Iran zu sprechen. Das meldete die israelische Tageszeitung "Haaretz" am Freitag.

Rice, die zum ersten Mal in ihrem Amt als nationale Sicherheitsberaterin nach Israel fliegt, wird von Wendy Sherman, der Staatssekretärin im Auswärtigen Amt, die das US-Team bei den Verhandlungen mit dem Iran leitet, begleitet. Außerdem werden einige Repräsentanten des Außenministeriums, des Weißen Hauses, des Verteidigungsministeriums sowie einige wissenschaftliche Experten zu der Reisedelegation gehören.

Auf israelischer Seite wird eine Gruppe unter Leitung des dortigen nationalen Sicherheitsberaters Yossi Cohen Gesprächspartner der amerikanischen Besucher sein. Außerdem ist ein separates Treffen von Rice mit Premierminister Benjamin Netanjahu geplant.

Rice wird mit ihrer Delegation am 8. Mai in Al-Quds (Jerusalem) eintreffen, also vier Tage vor dem Beginn der vierten Gesprächsrunde der G5+1 mit dem Iran in Wien. Der Besuch ist auf eine Dauer von zwei Tagen konzipiert.

Von der Wiener Gesprächsrunde, die am 13. Mai beginnen und etwa vier Tage dauern soll, wird erwartet, dass sie zum Entwurf eines endgültigen Atomabkommens mit dem Iran führen wird.

Die Gespräche mit Rice sollen nach israelischen Erwartungen im Vorfeld dieses Abkommens die Koordination mit den USA stärken. Nach wie vor besteht Israel offiziell darauf, dass es gegenüber dem Iran keinen Kompromiss geben darf. Iran müsse alle seine Zentrifugen zur Urananreicherung zerstören und darüber hinaus die Anreicherungsanlage in Ghom, den Schwerwasserreaktor in Arak und seine Vorräte an angereichertem Uranium. Dessen ungeachtet hat Israel verstanden, dass die Atomverhandlungen zwischen der G5+1 und Iran mittlerweile weiter fortgeschritten sind als Tel Aviv anfangs für möglich gehalten hatte. Einige israelische Politiker in verantwortlichen Positionen haben eingesehen, dass sie ihre Maximalforderungen nicht durchsetzen können und bemühen sich jetzt hinter den Kulissen zu erreichen, dass die Zugeständnisse der G5+1 an den Iran möglichst klein und nicht gegen die Interessen Israels gerichtet sein werden.

Dies ist auch die Strategie, die der nationale Sicherheitsberater Yossi Cohen kürzlich bei einem Besuch in China verfolgte und die er ebenso in den Gesprächen mit der US-Delegation anwenden wird.