Die Demonstranten protestierten gegen die neuen Internet-Gesetze. Die Polizei setzte gegen die Hunderten Demonstranten auf dem symbolhaften Taksim-Platz in Istanbul Tränengas und Wasserwerfer ein. Der Protest richtete sich gegen die neu erlassenen Gesetze, die der Regierung erlauben, ohne Gerichtsbeschluss den Zugang zu Internetseiten, die die Privatsphäre verletzten oder beleidigenden Inhalt haben, zu sperren. Laut dem neuen Gesetz kann die türkische Regierung die Daten der Nutzer und ihre Kontakte ohne Gerichtsbeschluss von den Providern erhalten. Zuvor hatte Ministerpräsident Erdogan jede Kritik an die neuen Gesetze heftig abgelehnt, denn diese würden das Internet sicherer und freimachen.
Das Gesetz wurde am Mittwochabend mit AKP-Parlamentsmehrheit verabschiedet, von Staatspräsident Abdullah Gül aber noch nicht in Kraft gesetzt. Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu rief das Staatsoberhaupt auf, die Novelle ans Parlament zurückzuverweisen.