Das verlautete laut dpa am Mittwoch aus Militärkreisen in Kairo. Eine
offizielle Bestätigung oder ein konkretes Datum gab es jedoch zunächst
nicht.
Die ägyptische Führung kam der Jugend-Protestbewegung am
Mittwoch noch einen weiteren Schritt entgegen. Innenminister Mansur
al-Essawi schickte 582 hochrangige Polizeioffiziere in den vorzeitigen
Ruhestand. Der Minister reagierte damit auf tagelange Proteste von
Demonstranten vor allem Jugendlichen. Diese hatten die Entlassung von
Polizeioffizieren gefordert, die Schuld an der Tötung oder Misshandlung
der Gegner des alten Regimes von Präsident Mubarak tragen.
Außerdem
hatten der Militärrat und Übergangsregierungschef Essam Scharaf eine
Kabinettsumbildung und die Ernennung neuer Provinzgouverneure
angekündigt.
Der Militärrat lenkt die Geschicke Ägyptens seit dem
Sturz Mubaraks im Februar. Bisher hieß es, er wolle die Macht noch vor
Jahresende an eine gewählte Regierung und einen neuen Präsidenten
übertragen.
Der Protest der ägyptischen Bevölkerung richtet sich
derzeit nicht nur gegen korrupte und brutale Polizisten. Viele sind
unzufrieden, weil die Polizei auf den Straßen zum Teil nicht mehr
präsent ist. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden am Dienstagabend
bei Zusammenstößen zwischen etwa 100 Straßenhändlern in der Stadt Suez 3
Menschen erschossen und 12 Menschen verletzt. Die Auseinandersetzung,
bei der die Beteiligten Pistolen, Brandbomben, Gewehre und Messer
einsetzten, dauerte eineinhalb Stunden an.
Ägyptische Medien meldeten
am Mittwoch, die Militärpolizei habe auf einer Brücke in Kairo einen
Italiener festgenommen, weil dieser eine «militärische Einrichtung»
fotografiert habe. Zwei Tage zuvor waren bereits vier US-Journalisten in
der Stadt Suez vorübergehend festgenommen worden, während sie eine
Protestaktion filmten.
13 Juli 2011 - 19:30
News ID: 253424
Die ursprünglich für September geplante Parlamentswahl in Ägypten soll auf November verschoben werden.