18 Oktober 2010 - 20:30

Das Den Haager Sondertribunal für Libanon hat die Hisbollah zur Übergabe von Videomaterial und Beweisen für eine Verwicklung Israels in die Ermordung des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafiq Hariri aufgefordert.

Die Staatsanwaltschaft des Tribunals werde allen Hinweisen und Informationen vorbehaltlos und sachorientiert nachgehen, versprach der kanadische Chefankläger Daniel Bellemare laut dpa in einer am Mittwoch verbreiteten Erklärung.
Der Generalsekretär der libanesischen Hisbollah, Seyyed Hassan Nasrallah, legte am Montag bei einer Videokonferenz in Beirut Dokumente dafür vor, dass das zionistische Regime in das Attentaf auf Harir im Februar 2005 verwickelt war. Das Material soll beweisen, dass Israel alle Bewegungen Hariris kontrollierte. Nasrallah warf Israel vor, die Tötung Hariris geplant zu haben, um im Libanon Chaos zu stiften und die Syrer, als vermeintliche Drahtzieher des Mordes, zum Abzug ihrer dort stationierten Truppen zu zwingen.
Eine Überprüfung seines Beweismaterials durch das Libanon-Tribunal lehnte Nasrallah bislang ab. Er werde seine Beweise nur einem von der libanesischen Regierung gebildeten nationalen Komitee zu Verfügung stellen, so der Hisbollah-Generalsekretär.