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Nach Schießereien im Libanon: Neun Personen festgenommen

Die libanesische Armee hat nach eigenen Angaben neun Personen festgenommen, die verdächtig sind, an den Schießereien in Beirut beteiligt gewesen zu sein.


Wie die Ahlulbayt Nachrichtenagentur ABNA berichtet, Laut dem katarischen Fernsehsender Al-Jazeera hat die libanesische Armee am Donnerstagabend eine Erklärung abgegeben, wonach sie verschiedene Gebiete nach den Tätern der heutigen Schießereien durchsucht habe und dabei die Verdächtigen festnehmen konnte.

In ihrer Erklärung wies die Armee darauf hin, dass Kontakte zu den relevanten Parteien fortbestehen, um die Lage zu kontrollieren und Aufruhr in Beirut zu verhindern. Darin wird außerdem betont, die Armee werde keine Bewaffneten tolerieren, und ihre angegliederten Einheiten seien im Einsatz, um weitere Zusammenstöße zu verhindern.

Der libanesische Premierminister Najib Mikati erklärte am Freitag nach den Zusammenstößen in Beirut öffentliche Trauer.

Es ging um den Ermittlungsrichter Tarek Bitar, der die Ursachen der verheerenden Explosion untersucht, die im August 2020 den Hafen Beiruts und weite Teile der libanesischen Hauptstadt verwüstete.

Am Donnerstagmorgen demonstrierten mehrere Libanesen gegen das Vorgehen von Bitar vor dem Justizpalast in Beirut, als plötzlich bewaffnete Männer das Feuer auf sie eröffneten. Bei den Gefechten wurden sechs Menschen getötet und mehr als sechzig weitere verletzt.

Nach diesen Vorfällen riefen die Hisbollah- und die Amal-Bewegung die Bevölkerung in einer gemeinsamen Erklärung auf, Ruhe zu bewahren und sich nicht an einer "Volksverhetzung" zu beteiligen.

Libanesisches Innenministerium bestätigt Geagea-Partei hinter Scharfschützenmorden in Beirut

Ein Treffen auf höchster Ebene im libanesischen Innenministerium hat ergeben, dass der Angriff auf die Demonstranten von Gruppen durchgeführt worden sein soll, die mit der rechtsextremen Partei der Libanesischen Kräfte (LF) unter der Führung von Samir Geagea verbunden sind.

Bewaffnete LF-Angreifer seien bereits seit dem frühen Morgen in den Innenstraßen des angrenzenden Viertels Ain al-Remmaneh stationiert, um sich auf die Konfrontation vorzubereiten, teilte eine Sicherheitsquelle der investigativen Medienplattform mit.

Als Reaktion auf die Ereignisse in Beirut sagte der libanesische Präsident Michel Aoun: „Die Verfassung ist der einzige Lösungsweg für solche Probleme, die in Regierungsinstitutionen, insbesondere im Kabinett, auftreten werden.“

Der libanesische Präsident versprach dem libanesischen Volk, nicht nachzugeben, und sagte, dass er nicht zulassen werde, dass sich solche Vorfälle wiederholten.

Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres äußerte sich besorgt über die Gewalt im Libanon und forderte ein sofortiges Ende. UN-Sprecher Stéphane Dujarric sagte vor Reportern am Donnerstag Ortszeit, der Generalsekretär fordere alle Parteien im Libanon auf, die Gewalt unverzüglich einzustellen und provozierende Handlungen oder Volksverhetzung zu unterlassen.

Geageas Geschichte der Volksverhetzung

Geagea wurde 1994 vor Gericht gestellt und verurteilt, weil er vier politische Morde angeordnet hatte, darunter die Ermordung des libanesischen Premierministers Rashid Karami im Jahr 1987 und der erfolglose Attentat auf Verteidigungsminister Michel Murr im Jahr 1991.

Die LF und Geagea sind bekannt für ihre enge Verbindung zum Westen und zu Saudi-Arabien, einem Land, das versucht hat, seinen Einfluss im Libanon zu verstärken, hauptsächlich um den Aufstieg der libanesischen Widerstandsbewegung Hisbollah zu verhindern.

Die LF-Partei, die heute 15 von 64 christlichen Sitzen im libanesischen Parlament innehat, war zuvor eine Milizgruppe, die aus dem libanesischen Bürgerkrieg (1975-1990) hervorgegangen ist.

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