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Deutschland gibt "Völkermord" in Namibia zu ohne sich zu entschuldigen

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Deutschland hat die Verbrechen seiner Kolonialtruppen zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegen das namibische Volk offiziell als Völkermord anerkannt.

Wie die Ahlulbayt Nachrichtenagentur ABNA berichtet, Außenminister Heiko Maas sagte in einer Erklärung am Freitag, dass Deutschland als "Geste der Anerkennung des unermesslichen Leidens" über einen Zeitraum von 30 Jahren in Namibia Projekte im Wert von 1,1 Milliarden Euro finanzieren werde. 

Ziel sei es, die südafrikanische Nation für die Rolle zu entschädigen, die Deutschland vor mehr als einem Jahrhundert bei der Begehung von Völkermord und Eigentumsbeschlagnahme in seiner damaligen Kolonie gespielt habe.

Maas sagte, die angebliche Versöhnung sei nach mehr als einem halben Jahrzehnt Bemühungen erfolgt. Es beinhaltet die Benennung der Ereignisse der deutschen Kolonialzeit, insbesondere der Gräueltaten in der Zeit von 1904 bis 1908, ohne sie zu beschönigen".

"Wir werden diese Ereignisse jetzt auch offiziell als das bezeichnen, was sie aus heutiger Sicht waren - ein Völkermord", sagte Maas, obwohl er sich nicht entschuldigte. 

Der Sprecher des namibischen Präsidenten Hage Geingob, Alfredo Hengari, begrüßte den Schritt. 

"Die Akzeptanz Deutschlands, einen Völkermord begangen zu haben, ist der erste Schritt in die richtige Richtung", sagte er. 

Tausende Herero- und Nama-Stämme wurden zwischen 1904 und 1908 von deutschen Kolonialkräften massakriert, nachdem die lokale Bevölkerung einen Aufstand gegen die deutsche Herrschaft in der Kolonie geführt hatte, die damals als deutsches Südwestafrika bezeichnet wurde.

Überlebende wurden dann in die Wüste gezwungen, wo viele in brutalen Konzentrationslagern landeten und als Sklavenarbeiter eingesetzt wurden, während viele an Kälte, Unterernährung und Erschöpfung starben.

Der oberste Herero-Häuptling Vekuii Rukoro hat die proklamierte „Vereinbarung“ als „faulen Kompromiss“ bezeichnet und erklärt: „Wir haben ein Problem mit dieser Art von Vereinbarung, die unserer Meinung nach einen vollkommen faulen Kompromiss für die namibische Regierung darstellt.“

Rukoro, der Deutschland erfolglos auf Entschädigung bei den Vereinten Nationen verklagte, sagte, die angebliche Einigung sei nicht genug für die beiden namibischen Gemeinden, die durch die deutschen Kolonialkräfte "irreversiblen Schaden" erlitten haben.

Schätzungsweise 65.000 der 80.000 in Deutsch-Südwestafrika lebenden Herero und 10.000 der geschätzten 20.000 Namas sollen im Berichtszeitraum umgekommen sein.

Deutschland regierte Namibia von 1884 bis es die Kolonie im Ersten Weltkrieg verlor. 1920 wurde das Territorium unter südafrikanischer Verwaltung gestellt, bis es 1990 Unabhängigkeit von dem Apartheid-Regime erlangte.

Berlin schloss letzte Woche kategorisch finanzielle Wiedergutmachungen aus, die Teil einer geplanten formellen Entschuldigung an Namibia für die kolonialen Gräueltaten Deutschlands waren, da befürchtet wurde, dass solche Zahlungen einen rechtlichen Präzedenzfall für weitere Ansprüche darstellen könnten.

Die Regierung von Angela Merkel hat seit 2014 mit Namibia verhandelt, um die Wunden dessen zu heilen, was Historiker den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts nennen.

Berlin gab 2018 Schädel und andere Überreste von massakrierten Stämmen zurück, die in den Experimenten der Kolonialzeit verwendet wurden, um die rassische Überlegenheit der Europäer zu verkünden.

Die Bundesregierung hat zuvor "moralische Verantwortung" für das brutale Gemetzel des namibischen Volkes eingeräumt, aber eine offizielle Entschuldigung vermieden, um Entschädigungsforderungen zu entgehen.

Deutschlands Entscheidung fiel, nachdem sich auch der französische Präsident Emmanuel Macron in einer Rede am Donnerstag in Kigali geweigert hatte, sich für die klare Rolle seines Landes beim Völkermord in Ruanda an 800.000 Menschen im Jahr 1994 zu entschuldigen.

Ruanda veröffentlichte Anfang dieses Jahres einen Bericht, aus dem hervorgeht, dass der ehemaligen Kolonialmacht bekannt war, dass 1994 ein Völkermord im Gange war.

Dem Bericht zufolge trug Frankreich die Verantwortung für die Ermöglichung des Völkermords, indem es den damaligen Präsidenten Ruandas, Juvenal Habyarimana, weiterhin fest unterstützte.

„Französische Beamte haben die ruandische Regierung bewaffnet, beraten, ausgebildet, ausgerüstet und geschützt“, hieß es in dem Bericht. Das europäische Land habe jahrelang seine Rolle verschleiert.

Die Massaker begannen, nachdem Habyarimanas Flugzeug abgeschossen wurde, wodurch er am 6. April 1994 starb.

Ein Bericht eines französischen Untersuchungsausschusses im März ergab, dass eine koloniale Haltung französische Beamte geblendet hatte. Die französische Regierung habe eine "ernsthafte und erdrückende" Verantwortung dafür, das Schlachten nicht verhindert zu haben.

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