Ayatullah Schahid Baqir al-Nimr – Märtyrer der Einheit

  • News Code : 755881
  • Source : offenkundiges.de
Brief

Die Enthauptung des geehrten Scheich Nimr Baqir al-Nimr durch das saudische Regime am 2. Januar 2016 sorgte zunächst für einen Schockzustand und Entsetzen unter den freiheitsliebenden Menschen aller Nationen und Religionszugehörigkeiten.

Die Enthauptung des geehrten Scheich Nimr Baqir al-Nimr durch das saudische Regime am 2. Januar 2016 sorgte zunächst für einen Schockzustand und Entsetzen unter den freiheitsliebenden Menschen aller Nationen und Religionszugehörigkeiten.

Doch schon im nächsten Moment wandelte sich die Schockstarre in einen Sturm des Protestes, der Solidarität und Trauer. Doch was war eigentlich geschehen? Und wer war dieser unscheinbare, hagere Mann namens al-Nimr, der nun die Macht des saudischen Regimes zu wanken gebracht hatte?

Scheich Nimr Baqir al-Nimr wurde 1958 in Al-Awamiya in Saudi Arabien geboren, absolvierte sein islamisches Theologiestudium in der Islamischen Republik Iran und Syrien und leitete dann ab 2009 das Freitagsgebet in Al-Awamiya. Er galt als führender Oppositioneller Saudi Arabiens und ihn zeichnete sein gewaltfreier Widerstand gegen die Al-Saud-Familie aus.

In seinen mutigen Reden nahm er kein Blatt vor den Mund, forderte stets die Abdankung der Al-Saud-Familie und die Beseitigung der Monarchie in Saudi Arabien. Um seinen Zielen Ausdruck zu verleihen, leitete er immer wieder Demonstrationen gegen das saudische Regime.

Ayatullah al-Nimr wurde 2006 nach einer Demonstration verhaftet und gefoltert. Das Regime musste ihn jedoch aufgrund massiver Proteste der Bevölkerung wieder freilassen. Der Geistliche setzte seine Aktivitäten fort. Es folgte 2009 eine weitere Verhaftung nach einer Freitagsansprache Scheich al-Nimrs, in der er die saudischen Behörden für die Diskriminierung schiitischer Frauen kritisierte. Wieder musste er freigelassen werden.

Ende 2011 führte Ayatullah al-Nimr eine große Welle an Protesten an, worauf das saudische Regime mit scharfer Munition antwortete und zahlreiche Demonstranten tötete. Die Forderung einiger Anhänger, den Widerstand nunmehr bewaffnet fortzusetzen und die Gefallenen zu rächen, lehnte Scheich al-Nimr mit dem legendären Ausspruch ab: „Die Waffe des Wortes ist stärker als die Macht des Bleis!“

Im Juli 2012 wurde Ayatullah Baqir al-Nimr erneut inhaftiert und gefoltert. Zunächst hatte das saudische Regime ihn durch fadenscheinige Anschuldigungen zum Tode durch Kreuzigung verurteilt. Die Vollstreckung des Urteils wurde mehrmals aufgrund internationaler Proteste auf unbestimmte Zeit verschoben. Letztendlich wurde Ayatullah Schahid Nimr Baqir al-Nimr ohne Ankündigung durch das saudische Regime hingerichtet und enthauptet. Sogar nach seinem Tod war die Grausamkeit des Regimes, welches im Einklang der USA und Israels handelt, nicht versiegt. Ayatullah al-Nimr wurde die Totenwaschung, das Totengebet und die Beerdigung nach islamischem Ritus verwehrt.

Ayatullah al-Nimr ist der vergessene Märtyrer der Einheit. Aus allen Ecken der Welt reagierten Gelehrte aller islamischen Rechtsschulen mit Bestürzung auf die Hinrichtung des Ayatullahs. In zahlreichen Interviews bezeichneten sunnitische Imame islamischer Zentren den schiitischen Scheich al-Nimr als unschuldigen Märtyrer der Wahrheit und das Regime Saudi Arabiens als ein Übel, welches beseitigt werden müsse. So traurig sein Martyrium auch war und ist, so sollte es nicht umsonst gewesen sein und durch unser Vergessen nicht verdrängt werden. Dieses Ereignis hat eine Welle der Einheitsbekundungen und des Einheitsgedankens, der wiederholt durch Imam Chamene’i bekräftigt und gefordert wird, zum Vorschein gebracht.

In Anbetracht dessen sind jegliche Aussagen von vermeintlichen Schiiten gegen den Einheitsgedanken befremdlich und als Hohn des Martyriums zu werten. Ein wertvoller Geistlicher erhebt seine Stimme gegen die von USA gestützten Verbrecher und gibt sein Leben für die Einheit der Muslime. Wie perfide und unverschämt sind die Stimmen der in warmen Wohnzimmern sitzenden „Schiiten“, die über ihre sunnitischen Geschwister herziehen oder eine Verbindung der Takfiris (Daesh, ISIS) mit ihnen herstellen möchten? Wie widerwärtig sind die Bestrebungen der Möchtegern-Schiiten aus London, weiterhin die Heiligkeiten der sunnitischen Geschwister zu beleidigen und zu schmähen, um so einen Keil zwischen Geschwistern zu schlagen? Nicht einmal das vergossene Blut eines Ayatullah Nimrs gebietet ihnen Einhalt. Diese Tatsache ist ein Beleg dafür, dass Kreaturen wie Sadiq Shirazi und dessen Londoner Schüler á la Yassir al-Habib im Dienste des Teufels stehen und nichts, aber auch gar nichts mit den Schiiten zu tun haben oder gar als Verfechter der husseinitischen Riten gelten, als welche sie sich gerne darstellen.

Ebenso verhält es sich mit Aussagen vermeintlicher Sunniten, die ihre Freude darüber bekundeten, dass ein schiitischer Geistlicher getötet wurde. Es ist leicht als ewiggestriger Ignorant im gemütlichen Wohnzimmer über etwas zu schwadronieren, was über dem eigenen Intellekt steht. Aber Gott sei Dank hat Imam Chomeini bereits mit seiner Weitsicht damals und Imam Chamene’i heute wiederholt klargestellt, dass solche Menschen weder Schiiten noch Sunniten, sondern Feinde des Islams sind.

Das Martyrium Ayatullah Nimrs steht im Zeichen der Einheit. Bevor wir unsere Zungen oder Tastaturen sprechen lassen, sollten wir innehalten und bedenken, ob wir seinem unschuldig vergossenen Blut nicht unrecht tun und ob unsere Worte evtl. der Einheit schaden könnten. Das Martyrium Scheich Nimrs darf nicht in Vergessenheit geraten. Es ist mit dem Einheitsgedanken verwurzelt. Und die Einheit der Muslime ist ein so hohes anzustrebendes Gut, dass selbst das Leben eines Ayatullahs diesem geopfert ist. Dies bezeugt das reine Blut Baqir al-Nimrs.


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