Scheich Hamza Sodagar: Die Briefe haben mich fasziniert!

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Der Vortrag von Scheich Hamza Sodagar auf der IT 2016 in Hamburg über die Bedeutung der Briefe Imam Chamene’is für die Muslime im Westen ist ohne Zweifel einer der klarsten und präzisesten Vorträge zum Thema überhaupt gewesen.

Der Vortrag von Scheich Hamza Sodagar auf der IT 2016  in Hamburg über die Bedeutung der Briefe Imam Chamene’is für die Muslime im Westen ist ohne Zweifel einer der klarsten und präzisesten Vorträge zum Thema überhaupt gewesen. Ich durfte den Vortrag live erleben und anschließend die Diskussion moderieren: Er hat mich fasziniert und energiegeladen. Ich hatte mir einen besonderen Vortrag erhofft, aber dieser Vortrag übertraf sogar meine hohen Erwartungen.

Der Vortrag dauerte ca. 90 Minuten, gefolgt von einer einstündigen Diskussion. Ich fasse den Vortrag absatzartig wie folgt zusammen, teils in eigenen Worten. Der Vortrag selbst wird inschallah in wenigen Tagen sowohl im englischen Original als auch in deutscher Synchronübersetzung veröffentlicht – ein absoluter Pflichtvortrag für jeden, der Teil der Bewegung Imam Mahdis (a.) im Westen sein möchte.


Absatzartige Zusammenfassung des Vortrags von Scheich Hamza

Wisst die Segnungen Gottes zu würdigen! Wenn wir die Segnungen Gottes zu würdigen wissen, dann wird Gott sie vermehren. Und wenn wir sie nicht zu würdigen wissen, dann wird Er sie uns wieder entreißen. Eine der größten Segnungen unserer Zeit ist die Segnung der Wilaya („leadership“). Mir wurde gesagt, dass dieses Publikum (zu dem ich gerade spreche) die Segnung der Wilaya zu würdigen wisse. Ohne die Wilaya von Imam Chomeini und Imam Chamene’i – Gott allein weiß, in welchem Zustand der Islam sich heute befände.

Was bedeutet es, die Wilaya zu würdigen? Es bedeutet zu verstehen, dass dieser Waliy („leader“: Imam Chamene’i) der Vertreter und Flaggenträger der Bewegung des Imams unserer Zeit (a.) ist. Wir müssen dies begreifen. Ich sage das nicht, ohne daran zu glauben. Und ich glaube nicht daran, ohne nachgeforscht zu haben. Ich sage mit absolutem Vertrauen und vollkommener Überzeugung: Dieser Führer ist der Vertreter des Imams unserer Zeit (a.). Er ist es, der uns die Richtung zeigt. Wenn wir zu den Menschen in der großen Verborgenheit gehören möchten, die „die besten Menschen aller Zeiten“ sind (eine Überlieferung über die Anhänger des Imams während der großen Verborgenheit), dann müssen wir dieser Wilaya folgen.

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Die beiden Briefe sind adressiert an die nichtmuslimische Jugend im Westen, nicht an die muslimische! Natürlich beinhalten die Briefe viele Botschaften an uns, aber adressiert sind sie explizit an die nichtmuslimische Jugend im Westen, wie aus ihrem Inhalt deutlich wird.

Eine sehr wichtige Frage lautet: Warum schrieb Imam Chamene’i diese Briefe an die Jugend? Ich kenne viele Leute, die sich darüber lustig machten. Viele andere haben es nicht verstanden. Viele muslimische Jugendliche, die Imam Chamene’i lieben, dachten deswegen, dass der Brief an sie adressiert sei. Lasst es mich noch einmal klarstellen: Nein, der Brief ist an die nichtmuslimische Jugend gerichtet.

Ich hörte sogar einen Gelehrten behaupten, dass der Brief nur inneriranische politische Ziele verfolge. Eigentlich sei er für die iranische Bevölkerung gedacht. Wer immer so etwas behauptet, versteht den Waliy nicht. Wenn man weiß, wer der Waliy ist und was er tut, so wird man niemals Derartiges behaupten. Er meint es vollkommen ernst, genau so, wie er es schrieb!

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Nachdem der erste Brief veröffentlicht wurde, war ich total enthusiastisch, schwebte auf Wolke sieben. Ich war fasziniert von den Briefen, was sie bedeuten und in welchem Stadium der Bewegung (des Imams unserer Zeit (a.)) wir uns befinden. Aber nicht jeder fühlte derart. Einige Gelehrte in Qum sagten: „Das war eben einfach ein Brief, einmalig, das bedeutet nichts Besonderes.“ Wie kann man so etwas überhaupt nur vermuten? Es ist offensichtlich, dass so jemand nicht versteht, wer der Waliy ist und was er beabsichtigt.

Der wahre Grund ist der Folgende, lasst es mich an einem Bild verdeutlichen: Der Sprössling eines Mammutbaums ist für einen Laien nicht von Unkraut zu unterscheiden. Man reißt ihn raus und schmeißt ihn weg, er scheint unbedeutend. Aber der Experte weiß, dass aus diesem Sprössling ein riesiger Baum werden kann. Imam Chamene’i ist der Experte und er sieht im Westen diesen Sprössling, den nur Wenige erkennen.

Ich verstehe die Briefe wie folgt: Wir befinden uns in der Geschichte in einer Phase, in der die Expansion des Islam fortgesetzt werden muss. Nicht durch das Schwert oder mit Gewalt, sondern über die Gedanken der Menschen, mit Verstand, mittels Engagement und Dialog mit jenen, die den wirklichen Islam nicht kennen. Stellt den Islam den Menschen vor!

Die Westmächte bringen den Terrorismus nach Europa – lasst uns darüber im Klaren sein, ohne jeden Zweifel, die Beweise sind klar. Einer der Gründe dafür ist, dass sie sehen, wie der Islam als Graswurzelbewegung zu den Menschen findet, zur Bevölkerung im Westen. Sie sehen dies und wollen es mit aller Macht verhindern. Das ist der Grund für ihren Terrorismus.

Wir müssen endlich die Bühne des Handelns betreten, wir müssen aktiv werden! Das ist die Botschaft dieser Briefe an uns. Was genau sollen wir also tun? Wir können aus den Briefen die folgenden Stichpunkte für unsere Agenda gewinnen:

Wir müssen den Islam den Menschen im Westen vorstellen. Selbst wenn es (allein) mit unserer Anwesenheit geschieht – offen für jeden zu erkennen und nicht verleugnet, mit unserem Hidschab, mit unserer Kleidung, mit unserer Art zu sprechen, unserem Gebet und mit dem, was wir unterlassen. Wir müssen dies zeigen und nicht verstecken – selbst, wenn wir nicht darüber sprechen.

Wir dürfen nicht in eine der beiden Extreme verfallen: Das erste Extrem ist das der Fußsoldaten, die im zweiten Brief erwähnt werden. Es gibt leider muslimische Jugendliche, die Fußsoldaten dieses Terrorismus sind. Sie planen diese Verschwörung nicht, finanzieren sie nicht, sie führen sie nicht an, aber sie lassen sich als Fußsoldaten missbrauchen. Der Extremismus der Westpropaganda gegen den Islam verführt diese Jugendlichen ebenfalls zum Extremismus, womit sie eben jenen Feind unterstützen, den sie zu bekämpfen glauben. Wir müssen sicherstellen, dass wir in keinerlei solche Bewegungen verstrickt werden. Und alhamdulillah: Der allergrößte Teil der muslimischen Jugend ist diesem Wahn nicht verfallen.

Aber das zweite Extrem hat uns verführt, viele Muslime und speziell Schiiten: Wir geben dem großen Druck gegen den Islam nach und stellen unsere eigene Religion infrage: Plötzlich geben Muslime dem anderen Geschlecht die Hand. Plötzlich stellen wir die Gerechtigkeit des Islam auf den Kopf: Im Jahre 2006, während des Juli-Krieges zwischen „Israel“ und dem Libanon, nahm ich an einer Konferenz über eben jene Ereignisse teil, sie wurde abgehalten in einer schiitischen Moschee. Ich musste miterleben, wie ein Sayyid sagte: „Das Töten muss aufhören. Wir beschuldigen keine Seite allein, beide Seiten sind schuldig.“ Wie bitte? Beide Seiten sind schuldig? Was ist los mit uns? Wir trauen uns nicht, diese beiden „Seiten“ zu benennen, weil eine davon als Terrororganisation diffamiert wurde. Lasst es uns doch klar aussprechen: Israel hat die Gläubigen angegriffen, und die Gläubigen haben ihnen eine Abreibung verpasst – alhamdulillah! Und sie haben das Recht dazu, sie haben das Recht zur Selbstverteidigung. Und „Israel“ hat kein Recht auf Selbstverteidigung, weil es kein „Selbst“ gibt: Es ist ein fabrizierter Staat, auf dem gestohlenen Land anderer. Wir sind so verängstigt und lassen uns von der Propaganda in eine Ecke drängen, in der wir alles aufgeben. Lasst das nicht zu! Wir besitzen eine starke Logik, unsere Argumentation ist einsichtig, zieht euch nicht zurück, seid nicht verängstigt.

Wir müssen der islamischen Gemeinschaft helfen, in keine der beiden Extreme zu verfallen. Ich erinnere mich, wie sich Schiiten nach dem 11. September gefreut haben, dass unter den Attentäter nur Sunniten waren: „Das waren Sunniten, das hat mit uns nichts zu tun. Gott hat endlich die Maske der Sunniten fallen lassen.“ Und einige Schiiten sagen das auch heute noch. Was für ein Fehler, was für eine Dummheit! Das ist exakt, was der Feind sich wünscht. Bildet eine Einheit, lasst niemanden fallen, grenzt euch nicht voneinander ab. Was Muslime tun, betrifft uns alle.

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Tretet in den Dialog mit der nichtmuslimischen Jugend. Dies ist der wichtigste Punkt. Das ist die Essenz der Briefe. In diesem Bereich müssen wir viel mehr Initiative zeigen. Dazu müssen wir selbst Wissen über den Islam erlangen. Manchmal stellen wir etwas als den Islam vor, was in Wirklichkeit nicht der Islam ist. Lasst uns nicht annehmen, dass wir den Islam ohnehin schon kennen würden. Und wir müssen herausfinden, was die beste Weise ist, um mit einem nichtmuslimischen Jugendlichen über den Islam zu sprechen.

Darüber hinaus müssen wir sehr darauf achten, keiner abweichenden Strömung zu verfallen. Es gibt abweichende Strömungen, die von Männern mit schwarzen Gelehrtenturbanen vertreten werden. Sie behaupten, dass wir nur ununterbrochen um die Imame (a.) weinen und unsere Brust schlagen müssten, damit Imam Mahdi (a.) wiederkehrt. Und dass wir die historischen Feinde der Ahlulbayt (a.) nur durchgehend zu verfluchen hätten. Das ist eine Abweichung vom Islam. Und die Feinde investieren sehr viel Geld in diese Abweichung und ihre Propaganda, all ihre Unterstützer und Fernsehkanäle. Wenn wir diese Abweichungen in unserer Umgebung erkennen, so sind wir dafür verantwortlich, dass sie nicht fortschreiten können, wir müssen uns gegen sie stellen.

Viele sind nach Reden und Sitzungen elektrisiert, voller Tatendrang, und dann gehen sie nach Hause und setzen ihr Leben wie gewohnt fort, ohne aktiv zu werden. Warum? Weil sie nicht wirklich an den Erfolg der islamischen Bewegung glauben. Wenn wir es für unmöglich erachten, dass der wahrhaftige Islam sich in schon wenigen Jahren beispielsweise in Deutschland entfalten kann, dann können wir nicht Teil dieser Bewegung des Imams unserer Zeit (a.) sein. Es spielt keine Rolle, ob dies zu unseren Lebzeiten geschieht oder nicht, aber wenn wir es für unmöglich erachten, dann besitzen wir nicht die Kraft, diese Bewegung in unserer Umgebung zu gestalten und voranzubringen.


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