„Unser Junge war nie religiös“ – Familie in Tunesien erschüttert

  • News Code : 800555
  • Source : kna
Brief

Anis Amri, der mutmaßliche Attentäter aus Berlin, ist tot. Seine Familie in Tunesien ist erschüttert über die Nachrichten – und versteht nicht wie es dazu kommen konnte.

In einem schmucklosen Zimmer in einer kleinen Stadt in den tunesischen Bergen hat sich die Familie des mutmaßlichen Berlin-Attentäters um einen niedrigen Tisch versammelt. Der kalte Wind weht durch die offene Tür, durch die pausenlos Nachbarn kommen. Alle fünf Schwestern sind da, zwei seiner Brüder, die Mutter mit den Berbertätowierungen im Gesicht, der alte Vater, der die linke Hand reicht, weil ihm der rechte Arm fehlt. Auf dem Tisch steht ein Bild von Anis, dem Jüngsten von insgesamt neun Geschwistern. „Ich kann es gar nicht glauben, dass Anis so etwas gemacht haben soll“, sagt die 28-jährige Schwester Najwa. Er habe doch noch am Sonntag angerufen. Einen Tag, bevor er in Berlin einen Lkw in einen Weihnachtsmarkt gesteuert und mindestens zwölf Menschen getötet haben soll. 

Zusammen mit vier anderen Jungs aus dem Viertel macht Anis Amri sich den Erzählungen seiner Familie zufolge im März 2011 auf den Weg über das Mittelmeer. Der Arabische Frühling ist gerade erst drei Monate alt. „Wir haben alle nicht damit gerechnet, dass sich irgendwas hier ändert“, erzählt die Schwester Najwa. Die Familie habe das Geld für den Schlepper von der Küstenstadt Sfax Richtung Italien zusammengekratzt, damit er es schafft. Anis ist damals 17 Jahre alt und ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe wegen Diebstahls. Er soll einen Lkw geklaut haben, so die Anklage.


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