Jerusalem

Scharfe Kritik an Trumps Jerusalem-Plan

Scharfe Kritik an Trumps Jerusalem-Plan

Trump will Jerusalem zur Hauptstadt Israels erklären und die amerikanische Botschaft dorthin verlegen. Das hat er Palästinenserpräsident Abbas in einem Telefonat mitgeteilt. Nicht nur für Abbas und Erdogan ist das eine rote Linie.

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat den Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas und den jordanischen König Abdullah am Dienstag über seine Absicht informiert, die amerikanische Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Auskunft über die Telefongespräche gaben das jordanische Königshaus sowie ein Sprecher Abbas’. Über den Zeitplan der Botschaftsverlegung herrschte zunächst Unklarheit. Die „New York Times“ zitierte Regierungsmitarbeiter, die sagten, ein solcher Schritt werde schon aus logistischen Gründen nicht rasch geschehen. Das Weiße Haus äußerte sich zunächst nicht. Die Botschaftsverlegung ist ein Wahlkampfversprechen Trumps, das bislang hinausgezögert wurde.

Abbas rief den Papst, die Präsidenten Frankreichs und Russlands sowie den jordanischen König an, Trump Einhalt zu gebieten. König Abdullah sicherte Abbas seine „vollste Unterstützung“ zu. Die Entscheidung Trumps habe „schwerwiegende Auswirkungen auf die Stabilität des Nahen Ostens und untergräbt die Bemühungen der amerikanischen Regierung, den Friedensprozess wieder aufzunehmen“, hieß es aus dem Königshaus in Amman. Abdullah hatte Trump in der vergangenen Woche in Washington noch persönlich vor einer Statusveränderung Jerusalems gewarnt. Der jordanische König ist ein enger Verbündeter des Westens, der eingesetzte Hüter der Heiligen Stätten von Jerusalem und regiert ein mehrheitlich palästinensisches Volk.

Der Leiter des regierungsnahen „Al-Quds-Zentrums für politische Studien“, Oraib al Rantawi, sagte dieser Zeitung in Amman unter Berufung auf das Königshaus, Abdullah seien im State Department anderslautende Dinge gesagt worden als im Weißen Haus. Nach einer Jerusalem-Erklärung Trumps seien für Abdullah „alle Optionen auf dem Tisch, auch jene, die international genutzte Luftwaffenbasen betreffen könnten“, sagte Rantawi, wobei er in dieser Frage jedoch nicht übertreiben wolle. Von der jordanischen Luftwaffenbasis Azraq aus fliegt neben den Amerikanern auch die deutsche Luftwaffe Einsätze in Syrien und dem Irak.


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