Myanmar

Verbrannte Erde im Land der Rohingya

Verbrannte Erde im Land der Rohingya

Sind in Burma mindestens 80 Dörfer der muslimischen Rohingya-Minderheit niedergebrannt worden? Menschenrechtler behaupten das – und führen Satellitenbilder als Beweise an.

Die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ hat berichtet, dass mehrere Dörfer der Rohingya in Burma abgebrannt worden sein sollen. Den Menschenrechtlern zufolge belegen Satellitenaufnahmen, dass etwa 80 Dörfer der muslimischen Rohingya angezündet wurden. Auch Buddhisten seien Opfer von Brandstiftungen geworden – allerdings in einem kleineren Ausmaß.

Trotz internationaler Kritik am Vorgehen der Behörden sind Angehörige der Rohingya-Minderheit nach eigenem Bekunden weiter Opfer von Gewalt und Brandstiftungen. Allein am späten Sonntag und Montag erreichten Hunderte Flüchtlinge das Nachbarland Bangladesch in Booten. „Die Armee ist gekommen und hat unsere Häuser niedergebrannt. Sie haben unsere Leute umgebracht“, sagte der 55 Jahre alte Usman Goni. Angehörige der muslimischen Minderheit sowie Menschenrechtler werfen der Regierung des überwiegend buddhistischen Landes vor, die Rohingya vertreiben zu wollen. Burma weist dies zurück und spricht von Einsätzen gegen Aufständische. Diese hatten im August zahlreiche Posten der Sicherheitskräfte angegriffen und mehr als zehn Menschen getötet.

Mehr als 400.000 Muslime auf der Flucht

Die Regierung Myanmars hat Hilfsorganisationen und Reportern den Zugang zur betroffenen Region Rakhine weitgehend untersagt. In den vergangenen drei Wochen sind nach UN-Angaben mehr als 410.000 muslimische Rohingya aus Burma nach Bangladesch geflohen. Die Flucht begann am 25. August, als Burmas Militär nach Angriffen von Rohingya-Rebellen auf Polizei- und Militärposten mit Razzien im Bundesstaat Rakhine begann. Rakhine grenzt an Bangladesch. Die Rohingya werden von Burma nicht als Staatsbürger anerkannt. In dem Vielvölkerstaat ist die große Mehrheit buddhistischen Glaubens.


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