Humboldt

Unterwerfung unter das Diktat einer Minderheit alten Geistes

Unterwerfung unter das Diktat einer Minderheit alten Geistes

Mit dem neuen Islam-Institut verrät die Humboldt-Universität ihre Toleranztradition. Die liberalen Muslime in Berlin werden jetzt und künftig ausgegrenzt.

Stur und illoyal – das ist der Vorwurf, der in der Hauptstadt jetzt immer häufiger zu hören ist, wenn es um das künftige Islam-Institut der Humboldt-Universität geht. Die Vorwürfe richten sich nicht nur an das Kuratorium der Universität, sondern auch an den Berliner Senat. Dessen Unbelehrbarkeit in Sachen rationaler Vernunft ist bekannt, seine Unterstützung der konservativen und Scharia-Islamverbände daher wenig überraschend. Doch allein sie in den Beirat der künftigen Islam-Theologie berufen zu lassen ist dann noch einmal eine Steigerung, denn auch in Berlin leben sehr viele liberale Muslime, und die werden jetzt und künftig ausgegrenzt. Bis hinein in die angeblich neutral-staatlichen Schulen, denn für sie soll das geplante Islam-Institut Religionslehrer ausbilden. Über die Studieninhalte und spätere Lehrinhalte darf der Beirat mitentscheiden, dessen Zusammensetzung nun schon seit Monaten für Empörung sorgt.

Seyran Ateş hatte rechtzeitig interveniert und um nochmalige Prüfung gebeten, doch weder das Rote Rathaus noch die Universität gingen darauf überhaupt ein. Auch nicht, als besonders umstrittene Vereine wie die aus Ankara gesteuerte und finanzierte Ditib und die sogenannten Kulturzentren im April aus dem Projekt ausstiegen, weil selbst für die Humboldt-Universität die Grenze der erpresserischen Zumutungen erreicht war. Damals hofften studentische Gremien, in denen es ohnehin schon brodelte, die Universitätsleitung werde einlenken, weil im Islam-Beirat nun Plätze frei geworden waren. Doch weit gefehlt, die Unterwerfung unter das Diktat einer islamischen Minderheit alten Geistes war nun einmal beschlossen worden, und auch aus dem Rathaus hörte man eher von Durchhaltewillen, egal wie falsch die Sache angegangen worden war. Die Studentenvertreter im Akademischen Senat der Universität legten daraufhin ein Gruppenveto ein.


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