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Muslimische Gemeinde erhält nach Anschlag auf Darmstädter Moschee Unterstützung - Bekennerschreiben liegt Polizei vor

Muslimische Gemeinde erhält nach Anschlag auf Darmstädter Moschee Unterstützung - Bekennerschreiben liegt Polizei vor

DARMSTADT - Nach dem Pflasterstein-Anschlag auf die Emir-Sultan-Moschee in der Mainzer Straße haben Vertreter mehrerer Religionsgruppen und Verbände sich am Montag mit der muslimischen Gemeinde solidarisch erklärt. Am späten Nachmittag trafen sich die Initiatoren mit rund 20 Gemeindemitgliedern vor Ort, direkt vor dem Eingang, dessen Glastüren geborsten sind.

Jürgen Micksch, evangelischer Pfarrer im Ruhestand, hatte dazu Unterschriften gesammelt, die er übergab. "Es ist jetzt wichtig, dass wir zeigen, dass die Menschen in dieser Stadt diese Gewalt ablehnen und ein Zeichen setzen, damit das nicht weitergeht."

Auch Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) kam spontan dazu. Die Versammlung mache deutlich, "dass wir in Darmstadt Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung nicht akzeptieren, egal von welcher Seite."

Gemeindevorsteher zeigt sich betroffen

Die Darmstädter Muslime zeigten sich bewegt über die spontane Geste der Freundschaft. Senay Altintas vom Gemeindevorstand erklärte, man habe eine solche Tat trotz der Anschläge in anderen deutschen Städten nicht für möglich gehalten. "Wir sind seit 40 Jahren hier, unsere Türen sind immer offen, und sie werden es auch bleiben."

Es habe in der Vergangenheit freilich immer wieder Hassbriefe gegeben, vor allem solche mit nationalistischen Untertönen. Einen Anschlag wie der vom Wochenende habe es aber nie gegeben. Man sei "emotional sehr getroffen". Das Gemeindeleben sei aber nicht beeinträchtigt. Am Montag war die Moschee wieder normal geöffnet.

Betroffen zeigte sich Gemeindevorsteher Ragib Yazici auch von der Tatsache, dass der Anschlag mutmaßlich auf das Konto kurdischer Extremisten geht. "40 bis 50 Prozent in unserer Gemeinde sind doch Kurden", sagte er. Auch im Vorstand seien die Kurden vertreten. Die politischen Differenzen friedlich auszutragen habe der Imam immer wieder gemahnt.

Drei Taten stehen vermutlich in einem Zusammenhang

Die Solidaritätsadresse hatten zuvor viele engagierte Darmstädter unterzeichnet, darunter Johannes Borgetto vom Interreligiösen Arbeitskreis Darmstadt, Marlies Dobben von der Stiftung gegen Rassismus und Daniel Neumann, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde. Die Polizei ermittelt derweil weiter gegen die unbekannten Täter und sucht nach Zeugen. Aufgrund der hinterlassenen Spray-Buchstaben (PKK und YPG) wurde ein Zusammenhang mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei und der Kurdenmiliz in Syrien nicht ausgeschlossen.

Der Verdacht erhärtete sich am Montag, als die Darmstädter Polizei einen Hinweis auf ein Bekennerschreiben im Internet erhielt. Darin werden alle drei Anschläge vom Wochenende erwähnt. Man halte das Schreiben für echt, teilte eine Sprecherin mit. Neben der Moschee waren auch ein türkischer Imbiss und ein türkisch geführtes Reisebüro Ziel von Vandalismus geworden. "Wir gehen inzwischen von einem Tatzusammenhang aus", sagte die Sprecherin.


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