Türkei

Islamkunde statt Religionsunterricht

Islamkunde statt Religionsunterricht

Seit fünf Jahren gibt es in Hessen mit Hilfe des türkischen Moescheenverbands Ditib einen islamischen Religionsunterricht. Nun will das Kultusministerium die Partnerschaft beenden. Ist der Einfluss aus Ankara zu stark?

Das hessische Kultusministerium bereitet sich auf ein mögliches Ende der Zusammenarbeit mit dem deutsch-türkischen Moscheenverband Ditib beim bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht vor. Derzeit würden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass den Schülern in einem solchen Fall möglichst nahtlos ein gleichwertiges, alternatives Unterrichtsangebot zur Verfügung stünde, heißt es in der Antwort des Kultusministeriums auf eine parlamentarische Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Wolfgang Greilich. Sollte eine Partnerschaft mit Ditib nicht mehr möglich sein, komme auch ein nicht bekenntnisorientiertes Angebot in Betracht, bei dem es sich nicht um Religionsunterricht im Sinne von Artikel 7 des Grundgesetzes handele. Gedacht ist dabei offenbar an eine spezielle Form des Ethik-Unterrichts mit Schwerpunkt Islam oder ein Fach Islamkunde.

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hat dem Ditib-Verband eine Frist bis zum Jahresende gesetzt, um seine Unabhängigkeit vom türkischen Staat zu beweisen. Das sei für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit beim Religionsunterricht unabdingbar. Ditib müsse mit organisatorischen und personellen Veränderungen sicherstellen, dass ein Durchgriff des Religionsministeriums in Ankara auf den Religionsunterricht in Hessen ausgeschlossen sei.


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