Deutschland

"Blutiger Boden" Ausstellung zeigt NSU-Tatorte

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  • Source : Islam.de
Brief

Es sind Orte der Gewalt, die auch ohne deren explizite Darstellung unheimlich wirken: Eine neue Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau zeigt die Tatorte der NSU-Morde. Während am Oberlandesgericht in München der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter seit 2013 läuft, ist die Fotografin Regina Schmeken zu den Tatorten der zehn Morde gafahren und hat sie abgelichtet.

Der Prozess gegen die Mitglieder des sogenannten Nationalsozialistischer Untergrund beschäftigt Deutschland seit mehr als vier Jahren - im Berliner Gropius-Bau beschäftigt sich seit dieser Woche eine Ausstellung mit den Tatorten.

Als Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) bezeichnete sich eine rechtsextreme terroristische Vereinigung in Deutschland. Die Mitglieder des NSU töteten zehn Menschen zwischen 2000 und 2007 - in Dortmund, Hamburg, Heilbronn, Kassel, Köln, München, Nürnberg und Rostock. Die Opfer: Neun Männer türkischer und griechischer Abstammung und eine Polizistin.

2011 wurde der NSU aufgedeckt. Damit erfuhren erstmals die Angehörigen der Opfer sowie die Öffentlichkeit von der Existenz der Gruppe. Seit 2013 läuft der Prozess am Oberlandesgericht München gegen Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben sowie weitere fünf mutmaßlich Beteiligte. Die Verhandlungen gerieten immer wieder in die Kritik. Das Urteil steht noch aus, aber nach mehr als vier Jahren geht der Prozess langsam dem Ende zu.

Das Gewöhnliche wirkt unheimlich

Die Fotografin Regina Schmeken begann im Frühjahr 2013 damit, die Tatorte zu fotografieren. Ihr Ausstellungsprojekt "Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU" ist bis zum 29. Oktober 2017 im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen.

Das Beklemmendste an diesen Fotografien ist, dass auf ihnen weder die Mörder noch die Mordopfer zu sehen sind. An Schmekens Aufnahmen wirkt gerade das Unauffällige, Banale und Gewöhnliche unheimlich.

Hans Magnus Enzensberger, Autor

In ihrer Arbeit geht es Schmeken um die Wahrnehmung der Wirklichkeit, ihren verschiedenen Bedeutungsebenen und deren Verdichtung. Immer wieder ist die Fotografin zwischen 2013 und 2016 zu den Tatorten gefahren. Entstanden ist ein Zyklus großformatiger Schwarzweiß-Fotografien.

Die Reise an die Tatorte war eine Reise in ein Land von Schmerz und Tränen, von Gleichgültigkeit und klammheimlicher Freude über das, was geschehen ist. Als der NSU nach zehn Morden, zwei Sprengstoffattentaten und 15 Raubüberfällen aufflog, waren sich alle gewiss: So eine Terrorserie könne sich in Deutschland nicht wiederholen. Wer den NSU-Prozess verfolgt, der weiß: Dafür gibt es keine Garantie.

Annette Ramelsberger, Katalog zur Ausstellung

Die Ausstellung richtet sich gegen das Vergessen. Sie gedenkt derer, die ermordet wurden und fordert eine Auseinandersetzung mit jenen Orten, die auf den ersten Blick keinerlei Spuren einer Gewalttat aufweisen. Sie stellt aber auch die Frage nach dem künftigen Zusammenleben.


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