Zweiter Verdächtiger freigelassen

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Brief

Das Essener Einkaufszentrum hat nach dem Terroralarm vom Wochenende wieder geöffnet. Die Ermittlungen dauern an. Zwei Festgenommene sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Das Einkaufszentrum "Limbecker Platz" in der Essener Innenstadt glich am Wochenende einer Hochsicherheitszone: Die Läden waren zu, Polizisten mit Maschinengewehren standen vor dem Gebäude, weil der Verfassungsschutz einen konkreten Hinweis auf einen terroristischen Anschlag hatte.

Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Einen festgenommenen Mann haben die Ermittler mittlerweile wieder freigelassen. Der Mann sei am Sonntag aus dem Gewahrsam entlassen worden, weil keine Haftgründe vorgelegen hätten, sagte ein Polizeisprecher. Bei Durchsuchungen in Oberhausen am Samstag hatte die Polizei zwei Männer festgenommen, von denen einer bereits am späten Samstagabend wieder frei kam.

Die Polizei geht davon aus, dass diese konkrete Gefahr für Einkaufszentrum vorüber ist. Das Einkaufszentrum öffnete am Montag wieder. Der Hinweis habe sich auf ein konkretes Zeitfenster bezogen, sagte ein Polizeisprecher. Es könne deshalb inzwischen wieder zum Normalbetrieb übergegangen werden.

Männer nicht tatverdächtig

Bei den beiden Festgenommenen soll es sich nicht um direkt Tatverdächtige gehandelt haben, sondern um Kontaktpersonen des mutmaßlichen Drahtziehers. Dieser soll Mitglied der salafistischen Szene in Oberhausen und bereits länger im Visier der Behörden gewesen sein. Dieser soll sich in Syrien aufhalten.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte am Wochenende betont, die bisherigen Ermittlungen hätten keine Anzeichen dafür gebracht, "dass mit Umsetzung oder Vorbereitungen konkret begonnen wurde".

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bestätigte, dass es in dem Essener Fall eine Verbindung zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gebe. Auch de Maizière äußerte sich vage: Es sei nicht auszuschließen gewesen, dass es in dem Einkaufszentrum "einen konkreten Anschlag hätte geben können". "Das wurde verhindert."

Anschlag vor einem Jahr

In Essen war vor knapp einem Jahr ein Terroranschlag verübt worden. Im April 2016 hatten in Essen zwei muslimische Jugendliche eine Bombe auf ein Gebetshaus der Sikhs geworfen, während dort eine Hochzeit gefeiert wurde. Bei der Explosion wurden drei Menschen verletzt.

In den vergangenen Monaten waren in Deutschland mehrfach öffentliche Gebäude nach Terrorhinweisen gesperrt worden. So wurde im November 2015 das Fußball-Länderspiel Deutschland-Niederlande in Hannover kurz vor Anpfiff abgesagt. An Silvester 2015 wurde der Münchner Hauptbahnhof nach einer Terrorwarnung geräumt.


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