Chaos beim AfD-Parteitag: Höckes erstolperter Erfolg

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Brief

Chaos beim AfD-Parteitag: Höckes erstolperter Erfolg

Nur eine einzige Stimme fehlte Doris Sayn-Wittgenstein zum großen Coup: 285 Stimmen holte die Frau, die erst seit 2016 Mitglied der AfD ist, bei der Wahl der Parteivorsitzenden. Zwölf Stimmen mehr als der große Favorit Georg Pazderski.

Als das Ergebnis gegen 18.15 Uhr auf den Bildschirmen der Eilenriedehalle in Hannover eingeblendet wurde, brach lautes Jubelgeschrei aus - bei einem Teil der Delegierten. Viele andere wirkten erschüttert, schienen es kaum fassen zu können.
Doris von Sayn-Wittgenstein


Doch schnell war klar: Es reichte für keinen der Kandidaten. Auch der zweite Wahlgang brachte kein klares Ergebnis, diesmal lag Pazderski knapp vorne. Doch auch sein Vorsprung war zu knapp, um zum zweiten AfD-Sprecher neben Jörg Meuthen gewählt zu werden.

Die Rechtspopulisten zeigten in Hannover die bekannten Symptome, die man seit ihrer Gründung kennt: Die Partei ist zerstritten, chaotisch, ohne klare Führung.

Dabei wollte die AfD sich nach dem Abgang von Frauke Petry unbedingt harmonisch präsentieren. Das Ergebnis, auf das sich die Unterstützer von Sayn-Wittgenstein und Pazderski am Ende einigten - die Wahl des 76-jährigen Alexander Gauland zum Co-Parteichef - ist ein Erfolg des rechten Flügels um Björn Höcke. Die Rechten wollten Pazderski unbedingt verhindern, und das gelang.

Der Berliner Landeschef war für sie vor allem aus drei Gründen ein rotes Tuch: Er war ein enger Verbündeter von Petry, er war ein Unterstützer des Parteiausschlussverfahrens gegen Höcke, und er will die AfD möglichst bald regierungsfähig machen.


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