Überleben oder leben?

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Brief

Die meisten Menschen leben nicht. Sie versuchen nur zu überleben. Nur die Wenigsten leben im eigentlichen Sinne.

Die meisten Menschen leben nicht. Sie versuchen nur zu überleben. Nur die Wenigsten leben im eigentlichen Sinne. Die meisten Menschen umgehen das Leben und wollen nur überleben. Zu leben bedeutet, sich auf ein unbekanntes und risikobehaftetes Abenteuer zu begeben, was viele abschreckt. Überleben hingegen kann jeder.

Wer lebt, lebt und fürchtet das Sterben nicht, weil er nur das Leben im Sinn hat. Mit Sterben ist hier nicht nur das Ableben gemeint. Man kann auch gesellschaftlich, wirtschaftlich oder politisch sterben. Wer aber das Sterben fürchtet, versucht zu überleben und so gut es geht dem Sterben zu entkommen. Aber letztendlich wird „jede Seele den Tod kosten“ (Heiliger Quran, 3:185). Obwohl jeder weiß, dass niemand dem Tod entkommen kann, wollen es einige nicht wahrhaben. Sie versuchen, das Sterben zu verzögern, und haben die falsche Vorstellung, Lebensdauer und Tod beeinflussen zu können. Menschen mit solch einer Einstellung wollen um jeden Preis überleben. Das zeigt sich auch in ihren Taten, Entscheidungen und Positionen. Sie ziehen das Überleben dem Leben vor. Solche Menschen versuchen alles, um nicht zu sterben. Sie sind sogar bereit, als Sklaven zu leben. Sie verkaufen ihre Würde, ihre Ehre und ihre Stimme, nur um nichts zu riskieren.

Es gibt aber Menschen, die verstanden haben, dass Leben und Tod in der Hand von Gott liegen, von Gott allein. Wer lebt oder stirbt, entscheidet allein der Erschaffer von Leben und Tod. Sie lieben das Leben und sind sogar bereit für das Leben zu kämpfen und ihre Existenz aufs Spiel zu setzen. Sie verstehen Gott als das eigentliche Leben. Gott ist das Leben und sie lieben alles, was lebt, weil alles nur durch Gott am Leben ist. Sie lieben die Freiheit, die Gerechtigkeit und den Frieden, weil sie Attribute des eigentlichen Lebens sind, die Attribute Gottes. Und diese Attribute sind für sie nicht verhandelbar, komme, was wolle. Sie ziehen das Leben vor, auch wenn ihr gesellschaftliches, wirtschaftliches oder politisches Leben in Gefahr ist.

Für Menschen, die nur das Überleben lieben, sind Menschen, die das Leben lieben, fanatische Abenteurer, die das Leben verabscheuen. Dabei sind Menschen, die alles tun, um zu überleben, jene, die das eigentliche Leben verabscheuen und lieber lebende Tote sind als wirklich zu leben. Wer nur am Überleben interessiert ist, klammert sich an das vergängliche Leben und ist bereit ein Leben in Freiheit aufzugeben, nur um am Leben zu bleiben. Er liebt das Vergängliche und glaubt, das wäre das Leben. Dabei liebt nur ein Mensch, der die Freiheit und Gerechtigkeit sogar mit seinem Leben verteidigt, das Leben. Er liebt das Leben so sehr, dass er bereit ist, alles dafür zu geben. Er verteidigt alles, was lebt, sogar mit seinem Leben. Nicht weil er nicht leben will, sondern weil er das Leben liebt, möchte er es jedem gönnen. Er liebt das Leben in Freiheit und verteidigt es, wenn es sein muss, mit seinem Leben.

Die Taten der Menschen unterscheiden sich abhängig davon, ob man das Überleben liebt oder das Leben. Im Heiligen Quran heißt es über Gott dazu: „Er, der den Tod und das Leben erschaffen hat, damit er euch prüfe, wer von euch die besten Taten begeht“ (67:2). Die Taten eines Menschen hängen von seiner Liebe zum Leben oder zum Überleben ab. Es kommt auf die Einstellung an. Und wir Menschen werden von Gott geprüft, wie sehr wir das Leben lieben und wie wertvoll das Leben für uns ist.

Wer unter Besatzung lebt, kann schweigen und überleben. Er kann demütig mit gesenktem Haupt an seinen neuen Herren vorbeigehen. Sich vor seinem Besatzer niederwerfen. Eine Zeit lang wie ein Schaf überleben und irgendwann sterben, ohne je wirklich gelebt zu haben.

Wenn er sich allerdings erhebt, wehrt und verteidigt, gar Folter und Qualen riskiert, seine Freiheit aufs Spiel setzt oder getötet wird, so hat er, obwohl unter größten Schwierigkeiten, ein wahrhaftiges Leben in Freiheit geführt. Auch wer sich für die Unterdrückten einsetzt und selbst Gefahr läuft, unterdrückt zu werden, ist lebendig.

Das Leben ist dem Überleben vorzuziehen. Das Leben ist zu kostbar, als dass wir uns bestechen oder bedrohen lassen. Niemand darf das Leben antasten. Wer das Leben wirklich liebt, liebt das Leben mehr als sein individuelles Leben. Und ist bereit alles – sogar sein Leben – für das Leben zu geben. Wer das Leben liebt, kann niemals Unterdrückung, Sklaverei und Unrecht tatenlos zusehen, aus Angst nicht zu überleben. Wer Unrecht zulässt, um zu überleben, merkt nicht, dass er bereits tot ist. Tot ist, wer kein Hauch Leben mehr in sich hat. Wer aber getötet wird, weil er wirklich lebt, stirbt nicht: „Und halte nicht diejenigen, die auf Allahs Weg gefallen sind, für tot; vielmehr sind sie Lebende“ (3:169).


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