Terror macht traurig. Tun wir was dagegen!

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  • Source : offenkundiges.de
Brief

Terror schmerzt nicht nur Opfer und Angehörige. Praktisch jeder leidet zumindest ein wenig mit, wenn unschuldige Menschen geschlachtet werden. Das ist auch gut so, denn der Mensch ist von Natur aus mitleidig.

Terror schmerzt nicht nur Opfer und Angehörige. Praktisch jeder leidet zumindest ein wenig mit, wenn unschuldige Menschen geschlachtet werden. Das ist auch gut so, denn der Mensch ist von Natur aus mitleidig.

So betrachtet es auch Imam Chamenei, der für viele von uns der Führer der Islamischen Welt ist. Gleichzeitig zeigt dieser Imam auch einen Schritt auf, den wir zur Bekämpfung des Terrors gehen können: Versteht die Hintergründe des Terrorismus und – fast noch wichtiger – nennt das Kind beim Namen (und auch die Eltern dieses Kindes).

Die allgemeine Wahrnehmung des Terrorismus in Deutschland und im Westen entspricht, so die Meinung des Autors, nicht den eigentlichen Hintergründen. Grob gesagt wird der Terrorismus als etwas wahrgenommen, das irgendwo aus der Islamischen Welt oder gar dem Islam selbst komme und sich gegen den Westen und „die Art, wie wir leben“ richtet. Die Quelle dieses Übels war dieser Wahrnehmung zufolge bis vor kurzem noch Al-Qaida und die Taliban, heute die so genannte ISIS. Terrorismus in der Islamischen Welt gibt es auch hin und wieder. Meistens sterben, so die unterstellte Sichtweise, die Menschen dort jedoch aufgrund eines Kampfes zwischen Sunniten und Schiiten.

Diese einfachen Erklärungsversuche sind in mehrerer Hinsicht falsch. Zum einen herrscht kein Konfessionenkonflikt zwischen Sunniten und Schiiten im Nahen Osten.  Ob im Libanon, in Syrien, im Jemen, oder selbst im Irak: Überall lebten und leben Sunniten und Schiiten, aber auch andere Minderheiten, friedlich miteinander, arbeiten gemeinsam und schließen auch interkonfessionelle Ehen. Fast ausnahmslos überall sind es dagegen takfirische Wahabiten, die alle anderen Menschen terrorisieren, seien es Schiiten, Christen oder Sunniten. Egal welche vermeintlich islamische Terrorgruppe herangezogen wird, Al-Qaida, Boko Haram, ISIS, Taliban, usw., folgen sie weder einer schiitischen, noch einer sunnitischen Ideologie – sondern der takfirisch-wahabitischen.[1]

Nennen wir aber nicht nur das Kind, also die wahabitischen Terroristen, beim Namen: Wo und wer sind die Urheber? Ist der Wahabismus, sind die Taliban, ISIS und Co. einfach aus Eiern geschlüpft? Warum fragen wir nicht, wer diese vielen Eier gelegt hat?

Der Westen wäscht hier seine Hände nicht in Unschuld. Die Rolle der USA und ihrer Verbündeten bei der Finanzierung und Bewaffnung takfirischer Gruppen in Afghanistan gegen die damalige Sowjetunion ist hinreichend bekannt, sogar im Westen selbst. Weniger bekannt, aber nachlesbar ist, dass die aus Saudi-Arabien stammende Ideologie des takfirischen Terrorismus erst durch die massive militärische Unterstützung Großbritanniens groß werden konnte. Im klassischen Teile-und-Herrsche Denken der bis heute kolonial geprägten Briten waren und sind die Wahabiten das beste Werkzeug, das sich eine Kolonialmacht nur wünschen kann: Leicht zum aufopferungsbereiten Kämpfen motivierbar, einfach gestricktes Weltbild und gelinde gesagt nicht besonders fortschrittliches Denken. Diese Art von Werkzeug kann sich nicht von selbst entwickeln und expandieren. Eigene Waffen können Wahabiten z.B. nicht selbst bauen, denn das nicht besonders fortschrittliche Denken macht auch vor Technik und Erfindungen nicht halt.

Im Umkehrschluss können diese nützlichen Idioten nur solange expandieren, wie der Fuchs dahinter sie mit Waffen, Geld und Logistik versorgt.  Und nein, mit dem Fuchs sind nicht die Esel in Riadh gemeint. Jeder einigermaßen über den Nahen Osten informierte Journalist kennt die Wahrheit, aber wer im Westen als Presstituierter seinen Job gerne hat, hat nicht immer den Mut diese und andere Wahrheiten auszusprechen: Es sind die USA und Lakaien, die die nimmersatten Saudis nicht nur mit Waffen versorgen, sondern auch mit militärischer Beratung und logistischer Unterstützung, damit das Kriegsgerät auch zu den Terroristen in Irak und Syrien bekommt (mit mäßigem Erfolg auch nach Iran, Russland und zu anderen „Feinden“).

Dieses altbewährte Mittel hat sich genau wie sein Ziel seit Jahrzehnten nicht geändert: Genau wie seinerzeit in Afghanistan sollen am Ende die USA als Retter auftreten, die den selbstgezüchteten Bösewichten den Garaus machen – und dabei ganz nebenbei die militärische Kontrolle über das Land übernehmen. Doch eines scheint diesmal anders: In Syrien und Irak sorgen wachsame Menschen inmitten des scheinbar undurchdringlichen Chaos dafür, dass die Amerikaner sich diesmal verkalkuliert haben. Das befeuern von immer brutaleren und sinnloseren Anschlägen und Kriegen in Irak, Syrien und im Jemen sind Zeichen der Schwäche einer untergehenden Imperialmacht.

Angefeuert wird dieser gescheiterte Imperialismus der USA vom größten Profiteur inner-islamischer Kriege: Dem letzten Apartheidstaat dieser Erde, „Israel“, dessen PR-Arme bis tief in die amerikanischen Regierungskreise eindringen. Die Zerstrittenheit der Welt ist schließlich der Tropf, der das letzte rassistische Kolonialprojekt der Welt am Leben erhält.

Nun, was hat das ganze noch einmal mit uns hier zu tun? Der Terrorismus in der Islamischen Welt stimmt auch Nichtmuslime traurig, so sagt es Imam Chamenei. Auch erreicht uns die wahabitische Idologie immer häufiger ebenso im Westen. Was ist unsere Reaktion als Deutsche, als Europäer? Nehmen wir es als Warnsignal und bekämpfen die Ursache, oder lassen wir unsere Wut an denen aus, die vor diesem Wahnsinn flüchten mussten?

Die Anschläge in Europa sind die letzten Rauchschwaden vom eigentlichen Brand, den die US-Amerikaner mit ihren Lakaien in der Islamischen Welt am lodern erhalten. Wenn wir keinen Rauch wollen, müssen wir die Ursache löschen und den Feuerteufel in die Schranken weisen. Es muss entsprechend als erster Schritt konkret und unverblümt von viel mehr Stimmen formuliert werden: Die USA gefährden mit ihrer Politik unsere Sicherheit in Europa, die Sicherheit von jedem einzelnen von uns, aber auch die Sicherheit, die uns unser gesellschaftlicher Frieden bietet. Gerade wir im Westen tragen es in der Hand, den Diskurs zuungunsten dieser Kriegstreiber zu verändern.


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