Liebestränen im Monat der Erkenntnis: Von der Unterdrückung Chadidschas bis zum Anschlag auf die Zainabiyya

  • News Code : 760112
  • Source : offenkundiges.de
Brief

Durch die Gnade des Barmherzigen und Gnädigen Herrn der Welten haben wir wieder die Gelegenheit, Gäste Allahs (swt.) zu sein und den Monat Ramadan willkommen zu heißen.

Durch die Gnade des Barmherzigen und Gnädigen Herrn der Welten haben wir wieder die Gelegenheit, Gäste Allahs (swt.) zu sein und den Monat Ramadan willkommen zu heißen. Dieser Monat ist der Monat des Fastens, des In-Sich-Gehens, des Mitgefühls und des Spendens. Der Monat, in dem jede kleine gute Tat um ein Vielfaches exponentiell belohnt wird. Und jede schlechte Tat gesühnt werden kann durch die aufrichtige Reue. Es ist der Monat der Liebe und Erkenntnis und der Herabsendung des Qur’ans. Ein Monat, in dem der Erhabene selbst das Ein- und Ausatmen eines Fastenden zu einem Gottesdienst zählt und auch das Schlafen als gottesdienstliche Handlung vergolten wird. Ein Monat, in dem die Tore der Gnade weit geöffnet und die Tore der Strafe und des Zorns fest verschlossen sind.

Langsam gewöhnt sich der Körper an das Fasten in den langen Sommertagen und das Gefühl des Hungers und Durstes wird zu einer spirituellen Kraft, die uns eine angenehme Süße verspüren lässt, durch die wir unseren Körper intensiver mit den Sinnen wahrnehmen und dem Schöpfer danken. Danken für das Gefühl, welchem wir sonst immer nachgeben, welches unser Konsumverhalten an Nahrungsmitteln steuert, doch in diesem Monat steuern wir selbst, wann wir Essen und Trinken und geben diesem Gefühl nicht nach. Und dies nicht nur beim Essen und Trinken, sondern auch beim Sprechen, beim Denken und Handeln und bei dem Kontrollieren unserer Blicke. Und genau dieses Nicht-Nachgeben entwickelt sich zur Spiritualität, die unser Herz öffnet für die Worte Allahs (swt.), um dort zu reifen. Denn dies ist eine bewusste Erziehung der Triebseele, dass wir sie und nicht sie uns kontrolliert. Mit den Toren der Gnade öffnen sich die Herzen für die Erkenntnis, auf dass der Geist Gottes sich entfalten kann. Über das Herz fühlen wir intensiver, was um uns herum geschieht, fühlen intensiver, was auch damals geschah und sehen in allem ein Spiegelbild in unserer Zeit. Das Herz begreift und wird erfüllt von einer gesegneten Trübsal und Mitgefühl. Je reiner das Herz wird, umso besser begreift und fühlt es und je besser es fühlt und begreift, umso reiner wird es. Ein Kreislauf der Liebe, dessen Druck immer intensiver wird, bis er schließlich so stark ist, dass er kaum auszuhalten ist und eine Quelle reinen Liebeswassers aus dem Herzen entspringt, es so sehr überfüllt, dass das Wasser über die Ufer der Augen tritt und auch diese reinigt, über die Wangen fließt und schließlich zu einem Fluss der Liebe wird. Was nur hat derjenige verloren, der diese reinen Liebestränen und den damit verbundenen Liebesschmerz nicht kennt …

Doch warum wird das Herz so schwer in diesem Monat Ramadan? Was ist in diesem Monat geschehen?

Sollte das Herz denn nicht schwer werden, wenn unsere Mutter von uns gegangen ist? Nicht irgendeine Mutter, nein, sondern jene heilige Mutter, die all ihren Wohlstand und gesamtes Vermögen und letztendlich ihr Leben dafür gab, dass die reine Lehre Allahs (swt.) bis zu uns getragen wird? Jene, die im Tal von Abu Talib (a.) in den Armen des Propheten (s.) zu ihrem Schöpfer zurückkehrte. In was für einem Zustand? O Chadidscha, in was für einem Zustand bist du von uns gegangen, o Mutter der Gläubigen?

Es wird überliefert, dass durch den dreijährigen Boykott der Muslime, der sie ins Tal von Abu Talib ins Exil drängte und von Nahrungsmitteln abschnitt, die Muslime sich teilweise in ihrer Not nur noch von den Blättern und Gräsern ernährten. Weiter heißt es, dass die Hautfarbe Chadidschas (a.) wegen des permanenten Konsums von Blättern sich grünlich färbte. O Chadidscha, wie sehr hat der Prophet (s.) um dich geweint! Wie sehr hat er dich geliebt! Wie kann unser Herz nicht schwer werden? Wie können wir es nur ertragen, Tränen in diesen heiligen, leuchtenden Augen Muhammads (s.) zu sehen? Die seine Wangen hinunterlaufen in Trauer um dich, seinen Bart durchnässen? Wie können wir nicht weinen, wenn wir die Not des Propheten sehen, dir im Exil nicht mal ein Totengewand geben zu können? Seinen Umhang als dein Totengewand nutzen zu müssen? Sind unsere Tränen nicht berechtigt, wo doch der Prophet ein ganzes Jahr die Trauer ausrufen ließ, um dir zu gedenken? Unser Prophet weinte um dich ein ganzes Jahr, o Mutter der Gläubigen. Du warst ihm eine Stütze, sein Augenlicht und seine Freude. Und auch seine zweite Stütze verlor der Prophet in diesem Monat. Das Martyrium Abu Talibs vergrößerte die Trauer. Jener, der ihn liebevoll aufgenommen und immer verteidigt hatte, kehrte zu Allah (swt.) zurück.

O Mutter der Gläubigen, die Trauer endet hier aber nicht. Denn nach dem Ableben des Propheten erleben wir, wie auch eure Tochter Fatima deiner Verfahrensweise folgt, Leid zu ertragen um des Islams willen. Wir sehen das Feuer an ihrer Tür und wir sehen wie die Abtrünnigen sie schwer verletzen, wie sie ihr Ungeborenes verliert. Was würde der Prophet (s.) dazu sagen? Würde der Fluss seiner Tränen ein Ende finden? Wie sehr würde der Prophet um Fatima weinen! Um Fatima, über die er sagte: „Fatima ist ein Teil von mir. Wer sie erzürnt, erzürnt mich, und wer mich erzürnt, erzürnt Allah!“ Jener Fatima, deren Duft er als Duft des Paradieses bezeichnete, jener Fatima, für die er aus Respekt aufstand.

Doch Chadidscha, geliebte Mutter, dieses Feuer ist nicht erloschen! Dasselbe Feuer sehen wir in Kerbala, wie es die Zelte der Frauen verbrennt. In den Zelten befindet sich deine Enkelin, o Mutter! Auf Geheiß des Imams der Zeit rennen die Frauen und Kinder aus den Zelten und verstreuen sich, wie sich die Steine einer Gebetskette verstreuen, dessen Faden reißt. Deine Enkelin Zainab (a.) erträgt so viel Leid. Wie soll der Liebesfluss des Herzens versiegen, wenn wir sehen, dass die Abtrünnigen vor den Augen Zainabs deinen Sohn Hussein (a.) schlachten? Wie sie seinen Kopf vom Körper abtrennen? Wie sie ihn auf eine Lanze spießen und von Kerbala nach Kufa und von Kufa nach Damaskus vor Zainab hertragen, bespucken und beschimpfen? Wie kann ein Auge trocken bleiben bei dem Gedanken, dass die heilige Zainab entschleiert und einem sündigen, alkoholtrinkenden Abtrünnigen vorgeführt wird? Was würde der Prophet (s.) dazu sagen? „Hussein ist von mir und ich bin von Hussein“, waren das nicht seine Worte? Würde der Fluss seiner Tränen ein Ende finden, beim Anblick von Husseins (a.) geschundenem Körper? Auch Hussein hat kein Totengewand erhalten. Man erlaubte Zainab nicht, ihn zu begraben. Was würde der Prophet (s.) dazu sagen? Würde der Fluss seiner Tränen ein Ende finden? Wie kann das Herz nicht schwer werden, bei dem Gedenken an deine Tochter Zainab, der – wie dir – kein Opfer zu groß war, um den Islam bis zu uns zu tragen?

Aber was hat Zainab mit dem Ramadan zu tun? Geliebte Mutter Chadidscha, wir befinden uns heute im Jahre 1437 (2016) im Monat Ramadan. Deine Zainab hat bereits das Martyrium erlangt und ein prachtvolles Mausoleum wurde ihr in Damaskus errichtet.

Wir haben das Feuer gesehen, was seinen Ursprung an einem Ort namens Saqifa hatte, dass dann die Tür Fatimas (a.) und später die Zelte Husseins (a.) verbrannte. Wir haben die Pfeile der Abtrünnigen gesehen, die sich erst gegen den Propheten, dann gegen Ali, Hassan und Hussein richteten. Genau dieses Feuer wurde heute im Monat Ramadan erneut gegen deine Tochter Zainab entfacht. Genau jene Pfeile und Schwerter wurden gegen sie gerichtet. Selbst nach der Rückkehr zum Schöpfer ist die große Zainab ein Dorn im Auge der Abtrünnigen, der Diener des Satans, der geistigen Nachfahren der Abtrünnigen Saqifas und Kerbalas. So beschmierten sie mit ihren unreinen Händen das Mausoleum Zainabs im Ramadan des Jahres 1434 (2013) mit den Worten: „Auch deine Grabstätte wird so verschwinden, wie die deiner Mutter!“ Wie kann unser Herz dies ertragen? Und sie beließen es nicht bei den Worten, sondern richteten ihre Panzerfäuste gegen das Mausoleum [1] und eröffneten das Feuer. Sie versuchen seitdem, ihre Worte in die Tat umzusetzen. Heute, im Ramadan des Jahres 1437, griffen sie erneut mit zwei Bombenexplosionen [2][3] im Sayyida-Zainab-Bezirk deine Enkeltochter an …

Die Bilder der Zerstörung, die Gedanken an Sayyida Zainab – sie zerreißen die Herzen und lassen sie erbeben. Die reißende Strömung des Flusses der Liebe ist kaum mehr zu bändigen, während die Trauer darüber groß ist, dass sich einige, die sich Schiiten nennen, der Takfiri-Ideologie anschließen und den Vertreter des Imams (a.) angreifen.

Was würde der Prophet (s.) dazu sagen? Würde der Fluss seiner Tränen ein Ende finden?


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