Imam Ali (a.s.)

Zwei Reisende und acht Brote

  • News Code : 754317
  • Source : shia
Brief

Zwei Männer gingen gemeinsam auf Reisen. Als sie hungrig wurden, ließen sie sich irgendwo zum Essen nieder. Der eine hatte fünf Brotfladen bei sich, der andere drei. Sie legten die Brote auf das Esstuch. Ein Wanderer kam vorbei und grüßte sie. Sie erwiderten seinen Gruß und luden ihn ein, sich zu ihnen zu setzen und ihr Gast zu sein.

Zwei Männer gingen gemeinsam auf Reisen. Als sie hungrig wurden, ließen sie sich irgendwo zum Essen nieder. Der eine hatte fünf Brotfladen bei sich, der andere drei. Sie legten die Brote auf das Esstuch. Ein Wanderer kam vorbei und grüßte sie. Sie erwiderten seinen Gruß und luden ihn ein, sich zu ihnen zu setzen und ihr Gast zu sein.

Er nahm bei ihnen Platz und sagte: „Habt Dank! Ich bin sehr hungrig. Geld habe ich zwar bei mir, doch nirgendwo gab es Brot zu kaufen.“

Sie teilten das Brot gleichmäßig unter sich auf und aßen. Als der Mann gesättigt war, legte er acht Goldstücke auf das Tuch und sprach: „Ich danke euch noch einmal für eure Gastfreundschaft. Ich wollte Brot kaufen, gleich für welchen Preis. Nun habe ich bei euch gegessen und will euch das Geld geben.“

Mit diesen Worten erhob er sich und ging fort. Nun war es aber so, dass die beiden Reisenden arme Leute waren. Als sie das viele Geld sahen, gerieten sie mit einem Male in Streit.

Der, der fünf Brote mitgebracht hatte, sagte: „Fünf Goldstücke gehören mir und drei dir!“ Der andere, dem drei der Brote gehört hatten, protestierte: „Nein, so geht das aber nicht! Der Mann hat das Brot nicht gekauft. Er hat uns das Geld aus Dankbarkeit geschenkt. Darum muss es gleichmäßig verteilt werden.“

Kurzum: sie konnten sich nicht einig werden. Da kam Imam Ali (ع) des Weges. Sie baten ihn, zwischen ihnen Recht zu sprechen. Imam Ali (ع) sagte dem, dem drei Brote gehört hatten: „Gib nach, sei einverstanden. Du hast drei Brote gehabt, sei nun mit drei Goldstücken zufrieden!“

Der Mann erwiderte: „Nein, ich will Gerechtigkeit! Was Recht und Gerechtigkeit sagen, werde ich akzeptieren.“ Imam Ali (ع) sagte freundlich: „Glaube es mir. Drei Goldstücke und die Zufriedenheit deines Reisebegleiters sind für dich vorteilhafter. Willige ein, sei klug!“

Der Mann bestand aber auf seine Forderung. „Nein, ich will Recht und Gerechtigkeit, andernfalls werde ich mich nicht zufrieden geben.“ Daraufhin sprach Imam Ali (ع): „Gut, wenn das so ist, so wisse, dass dir nur ein einziges Goldstück zusteht.“

Als der Mann dagegen protestieren wollte, fügte Imam Ali (ع) hinzu: „Ich habe dir geraten, dich mit drei Goldstücken abzufinden. Du aber wolltest Recht und Gerechtigkeit. Gut so! Dieses eine Goldstück steht dir von Rechts wegen zu – nicht mehr!“

„Aber wieso denn das?“, begehrte der Reisende auf.

„Lass‘ es dir vorrechnen: sieh‘, dein Kamerad hatte fünf Brote mitgebracht und du drei. Zusammen sind es acht Brote. Wenn wir diese acht Brote mit drei multiplizieren, erhalten wir vierundzwanzig Stücke Brot. Ihr drei Personen habt zusammen vierundzwanzig Stücke Brot gegessen. Jeder von euch acht. Der, dem fünf Brote gehörten, hat acht Stücke gegessen. Sieben Teile seines Brotes aß der Gast.

Du aber, der du nur drei Brote besaßest, hast ebenfalls acht Teile gegessen und somit nur einen Teil dem Gast abgegeben. Wenn du Brot- und Geldanteile gerecht berechnest, wirst du selbst feststellen, dass dir nur ein einziges Goldstück zusteht, deinem Reisebegleiter aber sieben. Nimm dir deine Münze und sei zufrieden, das dein Wunsch nach Recht und Gerechtigkeit entsprochen wurde.“

Der Mann antwortete:
„O Ali (ع), wenngleich ich nun schlechter abschneide, als ich gehofft hatte, so kann ich es mir erstens selbst zuschreiben, und zweitens will ich mich gern mit Recht und Gerechtigkeit begnügen.“

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übersetzt von Schwester Natascha


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